Impfskepsis als globale Gesundheitsgefahr: Ein Gegenwind für den Fortschritt
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef äußern ernsthafte Bedenken hinsichtlich der zunehmenden Impfskepsis und der sinkenden Entwicklungsunterstützung. Laut Kate O'Brien von der WHO-Impfabteilung sind Fehlinformationen über Impfungen besorgniserregend, und die rückläufigen Hilfsgelder für Impfkampagnen sind extrem problematisch. Dies betrifft vor allem Kinder in Konfliktregionen sowie abgelegenen Gebieten, von denen 14,3 Millionen im ersten Lebensjahr keine Impfung erhielten.
Besonders alarmierend sind die drastischen Kürzungen der Entwicklungshilfe, sowohl aus den USA als auch aus anderen Ländern, die die Bemühungen zur Unterstützung armer Länder massiv einschränken. Während Politik und religiöse Führungskräfte eine entscheidende Rolle im Aufbau von Impfstoffvertrauen spielen könnten, warnt Ephrem Lemango von Unicef eindringlich vor den Gefahren, die von Krankheiten wie Masern ausgehen, die durch Impfungen verhindert werden können.
Zwar verzeichneten 2024 weltweit 60 Länder Masern-Ausbrüche – mehr als doppelt so viele wie 2022 –, doch ist die Abdeckung der zweiten Masern-Impfdosis marginal gestiegen. Unzureichender Impfschutz bleibt ein globales Problem, da die notwendigen 95 Prozent Impfquote oft nicht erreicht werden. Mehr als 107.000 Masern-Todesfälle wurden 2023 geschätzt.
Im europäischen WHO-Bereich sind die Häufigkeit von Masern und Keuchhusten besorgniserregend gestiegen. Hans Kluge von der WHO ruft Länder dazu auf, die lokalen Gesundheitssysteme zu stärken und Fehlinformationen entgegenzuwirken. Trotz dieser Herausforderungen gibt es Erfolgsgeschichten: Die HPV-Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützt, zeigt weltweite Fortschritte, indem sie den Schutz in Routineimpfungen einbezieht.
In Ländern wie Nigeria und Bangladesch hat sich der Anteil junger Mädchen, die geimpft werden, seit 2019 nahezu verdoppelt, mit dem Ziel, bis 2030 eine Abdeckung von 90 Prozent zu erreichen.

