Im Stau der Tarifverhandlungen: Warnstreiks auf deutschen Straßen
Autofahrer in Deutschland müssen sich heute auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Hintergrund ist der aktuelle Warnstreik im Tarifkonflikt bei der Autobahn GmbH des Bundes sowie im öffentlichen Dienst, der unter anderem in Nordrhein-Westfalen für Stillstand auf den Straßen sorgt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat angekündigt, dass dort sämtliche 28 Tunnelleitzentralen am Nachmittag bestreikt werden. Besonders betroffen sind elf große Tunnel, die auf wichtigen Bundes- und Landesstraßen liegen und für den Auto- und Lkw-Verkehr gesperrt werden müssen. Auch in weiteren Bundesländern wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein legen Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Die Streikaktionen betreffen Straßenmeistereien sowie Verkehrs- und Tunnelleitzentralen und sind laut Verdi an insgesamt 18 Standorten bundesweit geplant.
Zu den Städten, die von den Arbeitsniederlegungen betroffen sind, zählen unter anderem Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Montabaur, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin. Der Hamburger Elbtunnel ist aufgrund des Streiks nur eingeschränkt befahrbar. Jeweils ein Fahrstreifen pro Richtung im Autobahntunnel der A7 bleibt geschlossen, wie die Autobahn GmbH mitteilt. Diese Maßnahme soll voraussichtlich bis Dienstagabend andauern.
Der Aufruf zum Warnstreik richtet sich an rund 14.000 Mitarbeiter der Autobahn GmbH sowie an mehrere tausend Beschäftigte der Landesstraßenbauverwaltungen. Verdi äußert deutliche Unzufriedenheit über den Stand der laufenden Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent monatlich oder mindestens 300 Euro, um insbesondere die unteren Gehaltsgruppen besser zu unterstützen.

