Honda korrigiert Prognosen nach unten: Herausforderungen durch Zölle und Chipmangel
Der japanische Automobilgigant Honda sieht sich im laufenden Geschäftsjahr mit unvorhergesehenen Turbulenzen konfrontiert und revidiert seine operativen Gewinnerwartungen nach unten. Aufgrund der anhaltenden Herausforderungen durch US-Zölle sowie einem spürbaren Mangel an Elektrochips, der durch Exportbeschränkungen für den Lieferanten Nexperia entsteht, rechnet der Konzern nur noch mit einem operativen Ergebnis von 550 Milliarden Yen (rund 3,1 Milliarden Euro). Ursprünglich waren 700 Milliarden Yen angesetzt, doch die aktuellen Rahmenbedingungen zwangen Honda zu dieser Anpassung. Analysten hatten indes gehofft, dass das Unternehmen seine Ziele nach oben korrigiert.
Die Gründe für die unsicheren Aussichten sind vielschichtig. So erwartet das Unternehmen geringere Verkaufszahlen in China und Asien. Zusätzlich wirkt sich der Chipmangel auf die Produktion in Nordamerika aus, nachdem die Ausfuhren von Nexperia-Chips infolge von Exportblockaden aus China eingeschränkt wurden. Bereits in der Vergangenheit musste Honda daher seine Produktion in nordamerikanischen Werken reduzieren oder gar einstellen.
Im Bereich der Elektroautos gibt es ebenfalls Anpassungsbedarf. Das ursprüngliche Ziel, 30 Prozent des Verkaufsmarktes mit Elektrofahrzeugen zu erreichen, wurde auf 20 Prozent gesenkt. Die Herausforderungen verschärfen sich zusätzlich durch das Auslaufen von Steuererleichterungen in den USA, ein Thema, vor dem Honda bereits zuvor gewarnt hatte. Die Einführung von Zollerhöhungen unter US-Präsident Donald Trump belastet ebenfalls die Geschäftsbilanz.
Ein Rückgang des Autoabsatzes, insbesondere durch ein schwächeres Chinageschäft, führt zu einem fast sechsprozentigen Rückgang auf 1,68 Millionen Fahrzeuge im ersten Halbjahr. In Nordamerika konnten zwar mehr Fahrzeuge verkauft werden, jedoch führten erhöhte Zölle und Abschreibungen auf Elektrofahrzeuge zu einem signifikanten Rückgang des operativen Gewinns um 41 Prozent auf 438 Milliarden Yen. Der Gesamtgewinn fiel um 37 Prozent auf 312 Milliarden Yen, während der Umsatz um 1,5 Prozent auf 10,6 Billionen Yen zurückging.

