Henkel-Übernahme in den USA: FTC erhebt Klage

Der deutsche Konsumgüterkonzern Henkel sieht sich bei einer geplanten Übernahme in den USA mit einem unerwarteten rechtlichen Hindernis konfrontiert. Die Federal Trade Commission (FTC) hat am Donnerstag Klage eingereicht, um den Erwerb eines Segments der Pittsburgh Paint Co. zu blockieren. Eigentümer von Pittsburgh Paint ist die Private-Equity-Gesellschaft American Industrial Partners (AIP).
Obwohl Henkels Aktienkurs am Freitag an der Börse weitgehend stabil blieb, notiert er im bisherigen Jahr mit einem Verlust von über 17 Prozent. Die fragliche Transaktion, deren Umfang auf 725 Millionen US-Dollar (etwa 619 Millionen Euro) geschätzt wird, stand bisher nicht im Rampenlicht.
Die FTC sieht durch die Fusion zweier dominanter Akteure im Markt für Flüssigklebstoffe im Bauwesen und Heimwerkerbereich die Wettbewerbssituation bedroht. Auf Anfragen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX äußerte sich Henkel zurückhaltend. „Die aktuellen Entwicklungen seitens der FTC sind uns bekannt. Wir werden diese eingehend prüfen und bewerten", erklärte das Unternehmen, das für seine Marken Loctite und LePage bekannt ist.
Pittsburgh Paint, bekannt durch die Marke Liquid Nails, steht im Zentrum des rechtlichen Streits. Im Jahr 2024 verzeichnete Henkel im Klebstoffgeschäft Einnahmen von etwa 11 Milliarden Euro, was die Hälfte des Gesamtumsatzes des Konzerns ausmacht. Pittsburgh Paint hingegen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von ungefähr 2 Milliarden US-Dollar.
Der Anspruch von Henkel, trotz einer schwächelnden Konsumstimmung, die Jahresprognose zu halten, bleibt bestehen. Konzernchef Carsten Knobel rechnet mit einem moderaten organischen Umsatzwachstum am unteren Ende der Bandbreite von 1 bis 2 Prozent und deutet an, dass die Gewinne dank eines Effizienzprogramms weiterhin robust ausfallen sollten.

