Heißer Sommer: Waldbrände im Osten Deutschlands außer Kontrolle
In mehreren Regionen Ostdeutschlands kämpfen Feuerwehrleute mit heftigen Waldbränden. Besonders besorgniserregend ist der Großbrand in der Gohrischheide, der sich an der Grenze von Sachsen und Brandenburg entfaltet hat und die Evakuierung des Ortes Heidehäuser erforderlich machte. Etwa 100 Personen, darunter 45 Schwerbehinderte in einem Wohnheim, mussten in Sicherheit gebracht werden.
Gemäß der Warnung der App Nina wurden die Anwohner aufgefordert, umgehend in Richtung Lichtensee zu evakuieren und nur die notwendigsten Gegenstände mitzunehmen. Die Ausdehnung des Brandes hat sich seit Mittag drastisch vergrößert und erreicht nun ungefähr 600 Hektar. Rund 180 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, die auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz toben. Auch Einsatzkräfte aus Brandenburg stehen bereit, um die Löscharbeiten zu unterstützen.
Dies berichtete der stellvertretende Gemeindewehrleiter Raiko Riedel. Die Situation beschrieb Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel als außer Kontrolle geraten. Der Brand hat zudem bereits die Grenze zu Brandenburg überschritten und dabei zwei Feuerwehrleute schwer verletzt.
Auch in Thüringen wurden die Einsatzkräfte durch einen Waldbrand im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt alarmiert. Hier stehen mittlerweile 250 Hektar in Flammen, angefacht von starken Windböen. Über 200 Feuerwehrleute arbeiten zusammen mit einem Polizeihubschrauber daran, die Lage in den Griff zu bekommen.
Währenddessen führten die Feuerwehren einen wichtigen Löschangriff auf eine brennende Bahnstrecke zwischen Magdeburg und Halle durch. Die Brände beeinträchtigen den Bahnverkehr erheblich. Die Strecke zwischen Erfurt und Gotha ist gesperrt, was zu Verzögerungen und Ausfällen im ICE-Verkehr führt.
Ein weiteres Feuer, ebenfalls auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, wütet derzeit bei Jüterbog in Brandenburg. Hier kommt es aufgrund der Munitionsbelastung zu Herausforderungen bei der Bekämpfung von Flammen. Die Bundespolizei ist mit Hubschraubern im Einsatz, auch wenn keine direkten Evakuierungsmaßnahmen notwendig sind.

