Heimlich, aber mächtig: Chinas unterschätzte Rolle im Bitcoin-Netzwerk
Comeback trotz Verbot
Nach dem Mining-Verbot im Jahr 2021 war Chinas Anteil an der globalen Bitcoin-Hashrate zeitweise auf null gefallen. Viele Miner verlagerten ihre Aktivitäten nach Nordamerika oder Zentralasien. Inzwischen zeigt sich jedoch ein anderes Bild:
- Laut Hashrate Index liegt Chinas Anteil wieder bei rund 14 Prozent – Platz drei weltweit.
- Das Analysehaus CryptoQuant schätzt den tatsächlichen Anteil sogar auf 15 bis 20 Prozent der globalen Mining-Kapazität.
Damit ist China erneut ein relevanter Player, obwohl das Schürfen von Bitcoin weiterhin illegal ist.
Warum Mining wieder zunimmt
Mehrere Faktoren begünstigen die Rückkehr:
- Günstiger Strom in energieintensiven Provinzen (z. B. Wasserkraftregionen).
- Boom bei Rechenzentren, die Mining-Aktivitäten erleichtern.
- Pro-Krypto-Signale aus den USA, insbesondere unter Präsident Donald Trump, die Bitcoin weltweit attraktiver machen.
- Wachsendes Misstrauen gegenüber dem US-Dollar, das Bitcoin als alternatives Wertaufbewahrungsmittel stärkt.
Das Mining erfolgt laut Reuters überwiegend geheim, um staatliche Kontrollen zu umgehen.
Hinweise aus der Industrie
Ein starkes Indiz liefert der Mining-Hardware-Markt:
- Der chinesische Hersteller Canaan erzielte 2024 rund 30,3 Prozent seiner Umsätze in China – nach nur 2,8 Prozent im Jahr 2022.
- Interne Daten deuten laut Reuters darauf hin, dass der China-Anteil inzwischen sogar über 50 Prozent liegen könnte.
Das spricht für eine deutlich größere operative Basis im Inland, als das offizielle Verbot vermuten lässt.
Stabilisierung nach Turbulenzen
Trotz der hohen Volatilität im Bitcoin-Markt scheint sich Chinas Mining-Aktivität laut Hashrate Index zuletzt stabilisiert zu haben. Das Land agiert damit als „heimlicher Player“: offiziell ausgeschlossen, faktisch aber weiterhin ein bedeutender Faktor im globalen Bitcoin-Ökosystem.
Das chinesische Mining-Verbot hat die Aktivitäten nicht beendet, sondern in den Untergrund gedrängt. China bleibt – trotz politischer Restriktionen – ein strukturell wichtiger Standort für Bitcoin-Mining. Für den globalen Kryptomarkt bedeutet das: Ein erheblicher Teil der Rechenleistung stammt weiterhin aus einem Land, das offiziell keinerlei Rolle spielen will.


