Heathrow plant milliardenschweren Ausbau: Neue Startbahn und Zukunftsvisionen
Der Londoner Flughafen Heathrow hat ehrgeizige Pläne für die kommenden Jahre enthüllt: Ein umfassendes Modernisierungs- und Ausbauprogramm mit einem geplanten Investitionsvolumen von 49 Milliarden Pfund steht an, umgerechnet rund 57 Milliarden Euro. Im Mittelpunkt steht der Bau einer 3.500 Meter langen dritten Start- und Landebahn, welche allein 21 Milliarden Pfund verschlingen soll.
Diese zusätzliche Startbahn soll innerhalb eines Jahrzehnts fertiggestellt werden und dem Flughafen erlauben, bis zu 276.000 zusätzliche Flüge jährlich abzuwickeln. Um dies zu ermöglichen, muss die Autobahn M25 in einen Tunnel umgeleitet werden. Darüber hinaus sind umfassende Modernisierungen an den bestehenden Terminals sowie der gesamten Infrastruktur geplant, um den Flughafen für die Zukunft zu rüsten.
Insgesamt strebt Heathrow danach, künftig 756.000 Flüge und 150 Millionen Passagiere pro Jahr zu managen. Damit würde seine Position als Europas größter Flughafen, gemessen an den Passagierzahlen, weiter gestärkt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr verzeichnete der Flughafen 83,9 Millionen Passagiere, während der Frankfurter Flughafen mit 61,6 Millionen Passagieren hinterherhinkte.
Trotz dieser ehrgeizigen Visionen gibt es auch kritische Stimmen. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat Bedenken hinsichtlich Lärmbelästigung, Luftverschmutzung und der Auswirkungen auf die Klimaziele geäußert. Er hat angekündigt, die Pläne sorgfältig prüfen zu wollen.
Auf politischer Ebene stößt das Vorhaben auf gemischte Reaktionen. Während sich die britische Finanzministerin Rachel Reeves optimistisch zeigt und in den Plänen einen Motor für Investitionen und die Schaffung von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen sieht, kündigte Verkehrsministerin Heidi Alexander eine Prüfung der Pläne über den Sommer an.

