Hat die Angst vor Quantencomputern den Bitcoin-Kurs gedrückt? NYDIG sagt nein

Quantencomputing wird oft als Erklärung für den jüngsten Rückgang des Bitcoin-Kurses herangezogen. Doch laut einer Analyse von NYDIG gibt es keine stichhaltigen Beweise dafür, dass diese Ängste den Ausverkauf tatsächlich ausgelöst haben. Greg Cipolaro, Leiter der Forschungsabteilung bei NYDIG, argumentiert in einem Bericht vom 17. Februar, dass die Sorge um Quantencomputer zwar laut ist, aber nicht der Haupttreiber für den Kursrückgang, wenn man das Suchverhalten, die Korrelationen zwischen verschiedenen Anlageklassen und die allgemeine Risikopositionierung betrachtet.
Quantenpanik hat Bitcoin nicht versenkt
NYDIG beschreibt "kryptografisch relevante Quantencomputer" als das theoretische Endrisiko, das Investoren immer wieder umkreisen. Doch das Marktverhalten deutet nicht auf eine Neubewertung aufgrund einer unmittelbar bevorstehenden existenziellen Bedrohung hin.
Erstens verweist Cipolaro auf Google Trends. Das Interesse an Suchbegriffen wie "quantum computing bitcoin" ist zwar gestiegen, jedoch nicht im Vorfeld einer anhaltenden Schwächephase, sondern parallel zu einem Kursanstieg auf neue Allzeithochs.
„Mit anderen Worten, das verstärkte Interesse an Quantenrisiken fiel mit einer Phase der Kursstärke zusammen, nicht mit Schwäche. Wenn der Markt Bitcoin aufgrund einer drohenden technologischen Bedrohung neu bewerten würde, wäre zu erwarten, dass die Suchintensität die Abwärtsrisiken verstärkt oder ihnen vorausgeht, anstatt mit einer Phase der Gewinne einherzugehen.“
Zweitens analysiert NYDIG das Handelsverhalten von Bitcoin im Vergleich zu börsennotierten Quantencomputing-Aktien wie IONQ, QBTS, RGTI und QUBT. Wenn Investoren Bitcoin aufgrund von Fortschritten im Quantencomputing verkaufen würden, wäre zu erwarten, dass diese Aktien positiv abweichen, während Bitcoin fällt. NYDIG beobachtete jedoch das Gegenteil: Bitcoin korrelierte positiv mit diesen Aktien, und diese Korrelationen verstärkten sich während des Kursrückgangs, was auf einen gemeinsamen Treiber hindeutet, anstatt auf eine direkte Kausalität zwischen Quantencomputing und Bitcoin.
NYDIG zieht daraus den Schluss, dass es keine Beweise dafür gibt, dass Quantencomputing die unmittelbare Ursache für die Schwäche von Bitcoin ist, auch wenn es derzeit das dominierende Risikonarrativ ist. Eine plausiblere Erklärung sei eine breitere makroökonomische Neubewertung von Risiken bei langfristigen, erwartungsgetriebenen Vermögenswerten. Der jüngste Rückgang von Bitcoin scheint eher mit Veränderungen in der allgemeinen Risikobereitschaft übereinzustimmen als mit einem spezifischen technologischen Auslöser.
NYDIG hebt hervor, dass Quantencomputing-Unternehmen als langfristige, erwartungsgetriebene Vermögenswerte mit minimalen Einnahmen und hohen EV/Umsatz-Multiplikatoren gelten. Bitcoin, obwohl strukturell anders, wird oft als langfristige Wette auf zukünftige Akzeptanz und monetäre Dynamiken gehandelt. Wenn die Risikobereitschaft sinkt, können beide zusammen betroffen sein.
Gleichzeitig weist NYDIG auf eine Divergenz in den Derivatemärkten hin, die ihrer Meinung nach die aktuelle Marktlage besser widerspiegelt als Schlagzeilen über Quantencomputing. Die einmonatige annualisierte Basis an der CME hat „konstant über“ Deribit gehandelt, was NYDIG als Indikator für die Positionierung von US-Institutionen im Vergleich zu Offshore-Positionierungen nutzt.
Eine strukturell höhere CME-Basis impliziert, dass US-Handelsschalter optimistischer geblieben sind, während der stärkere Rückgang der einmonatigen Basis bei Deribit auf eine steigende Vorsicht im Offshore-Bereich und eine reduzierte Bereitschaft für gehebelte Long-Positionen hinweist.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei $66,886.

