Handelsstreit sorgt für Turbulenzen an den Börsen
Der jüngste Schachzug des US-Präsidenten Donald Trump, weitreichende Zölle zu erheben, zieht gravierende Auswirkungen auf die deutschen Aktienmärkte nach sich. Der Dax gerät angesichts der damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten stark unter Druck. Mit einem Rückgang von 1,9 Prozent weist die Indikation des Brokers IG darauf hin, dass der Leitindex wieder unter die symbolische 22.000-Punkte-Marke fällt und damit den tiefsten Stand seit Mitte Februar erreicht. In dieser aufgeheizten Atmosphäre flüchten die Investoren in traditionelle Sicherheitsanlagen wie Gold und Staatsanleihen.
Trump hatte über Wochen ein umfangreiches und in seinem Ausmaß beispielloses Zollpaket angedroht, dessen offizielle Vorstellung am Vorabend die Erwartungen der Händler auf den Kopf stellt. Der drastische Schritt sorgt auch an den US-Börsen für erhebliche Verluste. So werden für den Dow Jones Industrial ein Zwei-Prozent-Minus und für den Nasdaq 100 ein Rückgang von mehr als drei Prozent prognostiziert.
Ab Samstag tritt eine allgemeine Zollregelung in Kraft, die Importe aus sämtlichen Ländern mit einem zehnprozentigen Aufschlag belegt. Ergänzt wird diese Maßnahme durch einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle, der für viele Staaten höhere Zollabgaben zur Folge hat. Speziell für die Europäische Union bedeutet dies, dass ab der kommenden Woche sämtliche Exportgüter mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden, sobald diese die US-Grenzen überqueren.
Die aktuelle Situation kommentierte der Marktkenner Thomas Altmann von QC Partners mit dem Bild, dass vom Freihandel am symbolträchtigen US-Tag der Befreiung wenig übrigbliebe. Er prognostiziert global negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Offene Fragen zu Verhandlungen und möglichen Kompromissen werden die nächsten Wochen bewegen, auch wenn deren Ergebnisse noch völlig unbekannt sind.

