Handelsstreit bremst Wiener Börse aus: ATX dämmt Verluste ein
Die kürzlich angekündigten Zölle des US-Präsidenten Donald Trump auf Importe aus der Europäischen Union und Mexiko haben den Wiener Aktienmarkt zu Wochenbeginn in Turbulenzen gestürzt, wenngleich die anfänglichen Verluste zum Handelsschluss weitgehend eingedämmt wurden. Der ATX verlor letztlich um 0,15 Prozent und schloss mit 4.476,60 Punkten, während der ATX Prime bei einem Rückgang um 0,22 Prozent auf 2.250,89 Zähler aus dem Handel ging. Die Konsolidierung nach Erreichen eines Mehrjahreshochs setzte sich damit fort.
Ähnliches zeigte sich auch auf anderen europäischen Märkten, wo insbesondere exportorientierte Sektoren unter Druck gerieten. Die ab 1. August geltenden Zölle von 30 Prozent könnten Europas Exportstrategie erheblich belasten. Während die EU weiterhin auf Verhandlungen setzt und parallel Gegenmaßnahmen vorbereitet, sehen Experten Trumps Schritt vor allem als Verhandlungstaktik. Doch die Strategen der Deutschen Bank warnen, dass der Bluff früher oder später auffliegen könnte, zumal die amerikanischen Finanzmärkte kaum Druck ausüben, um einen Richtungswechsel zu forcieren.
Ruhig blieb die Lage bei Einzelwerten: Besonders Unternehmen, die von den Zöllen betroffen sein könnten, mussten Verluste hinnehmen. Andritz, SBO, Palfinger, Voestalpine und Wienerberger verzeichneten Kursabschläge zwischen 1,3 und 3,6 Prozent. Im Gegensatz dazu profitierten Immobilien- und Versicherungstitel, die weniger exportabhängig sind. CPI Europe und CA Immo glänzten mit einem Anstieg von 1,2 respektive 1,7 Prozent, während VIG und Uniqa Zuwächse von 2,4 beziehungsweise 1,7 Prozent verzeichneten.
Im Bankensektor zeigte sich hingegen kein einheitliches Bild: RBI sank leicht um 0,1 Prozent, wohingegen Erste Group und Bawag bis zu 1,2 Prozent zulegten. Bemerkenswert schwach präsentierte sich Zumtobel, dessen Kurs um 1,9 Prozent auf 4,85 Euro fiel. Erste Group Research senkte das Kursziel des Leuchtenherstellers, lässt jedoch die Halteempfehlung unverändert. Trotz der derzeit hohen Bewertungsabschläge sieht Analyst Michael Marschallinger diese als gerechtfertigt an, angesichts der schwachen Geschäftsperformance.

