Handelskrieg sorgt weiterhin für Aufregung an den Börsen
Die durch Donald Trumps Zollpolitik ausgelöste Nervosität an den Finanzmärkten bleibt bestehen. Solange die Auswirkungen des Handelskonflikts nicht vollständig geklärt sind und keine Gespräche über mögliche Lösungen stattfinden, erwarten Analysten anhaltende Kursschwankungen. Die vergangenen Tage haben bereits herbe Verluste mit sich gebracht, und es besteht die Möglichkeit, dass diese die Märkte noch weiter unter Druck setzen.
Der Dax, der im März noch ein Jahresplus von 18 Prozent verzeichnete, steht nun vor der Herausforderung, weitere Abgaben zu vermeiden. Die Psychologie der Märkte wurde durch das Unterschreiten mehrerer Tausendermarken erschüttert, und das Augenmerk richtet sich nun auf den Halt der kritischen 20.000er-Marke.
In den USA hat der Nasdaq 100 seit seinem Februar-Rekord schmerzhafte Verluste erlitten, die ihn an den Rand eines Bärenmarktes bringen. Die US-Strategin Lori Calvasina von RBC sieht derzeit eine Ähnlichkeit zu den Turbulenzen vergangener Jahre. Sie senkte das Kursziel für den marktbreiten S&P 500 drastisch und sieht darin eine grundlegende Änderung der Markterwartungen.
Die Baader Bank sieht in Trumps Eskalation der Zölle eine Maßnahme der "aktiven Wohlstandsvernichtung", während die LBBW vor einer weiteren Verschärfung des Handelskriegs durch Gegenzölle, insbesondere aus China, warnt. Es wird deutlich, dass die USA riskieren, ihre wirtschaftliche Vormachtstellung zu gefährden, statt zu stärken.
Robert Halver von der Baader Bank wies darauf hin, dass die derzeitige Marktlage bereits viele negative Faktoren eingepreist hat und Anleger mit langfristigem Fokus in Erwägung ziehen sollten, sich auf mögliche Korrekturen vorzubereiten. Trotz der unsicheren Zeiten rät er, nicht gänzlich vom Aktienmarkt Abstand zu nehmen.
Es bleibt abzuwarten, ob der US-Präsident als "Deal-Maker" agieren wird, um den Konflikt zu entschärfen. Die Commerzbank berichtet von einer deutlichen Eintrübung der US-Realwirtschaft und erhöhten Inflationserwartungen, was die Angst vor einer Stagflation steigert. Die Ökonomen der Bank of America prognostizieren zudem eine messbare Verlangsamung des globalen Wirtschaftswachstums aufgrund der Zollpolitik.
In Deutschland sehen Experten das Risiko für die Unternehmenserträge wachsen, doch das umfassende Fiskalpaket der Regierung könnte langfristig stabilisierend wirken. Ungeachtet dessen bleibt die konkrete Auswirkung auf die zukünftige Marktentwicklung ungewiss.

