Hamburger Hafenlogistiker HHLA vor personellem Umbruch
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), Rüdiger Grube, plant seinen Rückzug aus dem Gremium. Dieser Schritt soll erfolgen, sobald die Nachfolge der Vorstandsleitung von Angela Titzrath geregelt ist, was bis Ende Juli erwartet wird. Wie Grube dem 'Hamburger Abendblatt' mitteilte, soll der Übergang in der zweiten Jahreshälfte in geordnetem Rahmen stattfinden.
Grube ist seit Juni 2017 Teil des Aufsichtsrats des Unternehmens. Eigentlich wollte Grube bereits im Juli bei der Hauptversammlung seinen Rückzug bekanntgeben. Die Bitte der Stadt Hamburg und der Reederei MSC, weiterhin zu bleiben, um die Nachfolge zu sichern, verzögerte jedoch seine Pläne.
Gleichzeitig sieht sich Grube Vorwürfen gegenüber, die das Aktienrecht betreffen. Dem Hamburger Fachanwalt Sven Claussen zufolge könnte Grube zum Zeitpunkt einer wichtigen Sitzung bereits in mehr Aufsichtsräten gesessen haben, als rechtlich zulässig. Für die Unternehmen hätte dies jedoch wohl keine signifikanten Folgen. Laut Claussen wären Beschlüsse nur dann unwirksam, wenn Grubes Stimme ausschlaggebend gewesen wäre, was in der Regel nicht der Fall sei.
Auf der letzten Hauptversammlung sorgte der geplante vorzeitige Abgang von Titzrath für Unmut unter den Aktionären. Auch gab es Berichte über Konflikte, insbesondere Titzraths mangelnde Einbindung in MSCs Beteiligung am Hamburger Hafen. Obwohl ihr Vertrag erst kürzlich verlängert worden war, einigten sich beide Parteien auf eine Abfindung in Höhe von insgesamt rund 2,68 Millionen Euro für die scheidende Managerin.

