Hamas kritisiert israelische Räumungsaktionen in Rafah
In einer vehementen Stellungnahme hat die Palästinenserorganisation Hamas die jüngsten Aktionen Israels in der Stadt Rafah als gefährliche Eskalation im Gaza-Krieg bezeichnet. Mahmud Merdawi, ein hochrangiges Mitglied der Hamas, äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ernste Bedenken bezüglich der israelischen Räumungsmaßnahmen im Vorfeld militärischer Operationen. Diese Entwicklung könne die indirekten Friedensverhandlungen erheblich behindern und verheerende Folgen für die Bevölkerung mit sich bringen.
Merdawi machte deutlich, dass die Hamas durch militärische Einsätze Israels in Rafah, einem strategischen Ort nahe der ägyptischen Grenze, nicht unter Druck gesetzt werde. Er bezweifelt zudem, dass Israel seine Kriegsziele durch solche Aktionen erreichen könne.
Diese Aussagen folgen auf einen jüngsten Vorfall, bei dem Militante der Hamas vom Ort Kerem Schalom aus – ein Hauptgrenzübergang für humanitäre Hilfe zwischen Israel und dem Gazastreifen – Raketen auf israelisches Gebiet abfeuerten, wodurch vier israelische Soldaten getötet wurden. Als Reaktion darauf schloss Israel den Grenzübergang für den Transport von Hilfsgütern und leitete Vergeltungsschläge gegen die mutmaßliche Abschussstelle der Raketen ein. Hierbei erfolgten Bombardierungen im Gazastreifen durch das israelische Militär.
Die von Hamas geführte Gesundheitsbehörde im Gazastreifen vermeldete daraufhin, dass aufgrund israelischer Attacken seit dem Vorabend in Rafah mindestens 28 Palästinenser ums Leben kamen. Die Angriffe, die auch am Folgetag andauerten, sollen sich insbesondere auf östliche Stadtteile Rafahs konzentriert haben.
Eine unabhängige Überprüfung der seit Kriegsbeginn vor sieben Monaten erhobenen Opferzahlen – nach Hamas-Angaben 34.735 Tote und über 78.000 Verletzte, ohne Differenzierung zwischen Zivilisten und Kämpfern – ist derzeit nicht möglich. (eulerpool-AFX)

