GTA 6 ohne Dan Houser: Rockstar-Legende bestätigt fehlende Beteiligung an der Story
Dan Houser, eine der beiden Säulen, auf denen das Imperium von Rockstar Games errichtet wurde, und das narrative Gewissen hinter unzähligen Klassikern, hat nun offiziell bestätigt, dass er nicht Teil des Autorenteams für das mit Hochspannung erwartete Grand Theft Auto 6 war. Obwohl sein Abschied von Rockstar Games bereits über ein halbes Jahrzehnt zurückliegt, brodelte in der Community hartnäckig die Frage, ob seine geniale Feder nicht doch vor seinem Weggang noch Spuren im Skript des nächsten Blockbusters hinterlassen haben könnte. Diese Spekulationen wurden jetzt von ihm persönlich beendet.
Der Architekt, der sein Imperium verließ
Gemeinsam mit seinem Bruder Sam, dem amtierenden Präsidenten von Rockstar Games, pflegte Dan eine fast schon legendäre Medienscheu und ließ seit den späten 90er-Jahren lieber die epochalen Spiele für sich sprechen. Außerhalb seltener Statements hüllten sich die Houser-Brüder in einen Mantel des Schweigens, was ihre Aura nur noch verstärkte. Der Paukenschlag erfolgte im Februar 2020, als Dan das von ihm mitgegründete Unternehmen abrupt verließ. Angesichts seiner Autorenschaft bei zwölf GTA-Spielen und beiden Red Dead Redemption-Meisterwerken schürte dieser Schritt bei vielen Fans die Sorge um die erzählerische Zukunft der Marke.
Klartext vom Mastermind persönlich
Im Zentrum der Bedenken stand die Frage, ob GTA 6 in Sachen Storytelling und World-Building die gigantischen Fußstapfen seiner Vorgänger ohne Housers Handschrift überhaupt ausfüllen könnte. Da die Entwicklungs-Timeline von GTA 6 darauf hindeutet, dass die Vorproduktion bereits vor seinem Abgang begann, klammerten sich viele an die Hoffnung, er hätte dem Projekt zumindest seinen Stempel aufgedrückt. Diese Vorstellung wurde jüngst in einem persönlichen Live-Interview mit IGN widerlegt. Houser merkte an, er habe die „letzten 10 oder 11“ Einträge der Franchise geschrieben und befand, dass die Welt wohl „genug GTA“ von ihm bekommen habe. Er fügte hinzu: „Es ist immer eine neue Geschichte. Es wird keine Story sein, die ich geschrieben habe, oder ein Charakter-Set, das ich entwickelt habe, aber ich denke, es wird aufregend.“
Eine Zäsur mit Vertrauensvorschuss
Obwohl Houser zugab, dass es sich „seltsam“ anfühlen werde, ein neues GTA zu spielen, ohne dessen komplette Geschichte zu kennen, bleibt er felsenfest davon überzeugt, dass GTA 6 „großartig sein wird“. Die bisher veröffentlichten Trailer untermauern diesen Optimismus und deuten an, dass das Spiel in seiner Fähigkeit, eine fesselnde Geschichte in eine brillant umgesetzte Parodie der realen Welt einzubetten, keineswegs an Biss verloren hat. Im selben Gespräch lüftete die Ikone übrigens auch das Geheimnis, warum Bully 2 nie das Licht der Welt erblickte: Rockstar Games sei damals mit Titeln wie GTA 5, Red Dead Redemption, L.A. Noire und Max Payne 3 einfach zu dünn besetzt gewesen, um ein weiteres Mammutprojekt zu stemmen.
Neue Horizonte für den Visionär
Der Blick richtet sich nun gespannt auf den 26. Mai 2026, wenn Grand Theft Auto 6 erscheinen soll. Es wird faszinierend zu beobachten sein, wie sich die Schreibkunst im ersten großen Rockstar-Titel nach der Houser-Ära behaupten wird. Dan Houser selbst ist derweil keineswegs untätig; er leitet mehrere neue Kreativprojekte bei Absurd Ventures, dem Multimedia-Unternehmen, das er 2021 gründete. Seine neue Firma hat kürzlich einen Publishing-Deal mit Smilegate für ein ambitioniertes AAA-Sci-Fi-Open-World-Action-Adventure abgeschlossen und wird noch im November dieses Jahres eine Graphic Novel namens American Caper veröffentlichen. Die Fackel wurde weitergereicht, doch das kreative Feuer des Visionärs brennt an anderer Stelle lichterloh weiter.

