Gewerkschaft und Adidas auf Kollisionskurs: Arbeitskampf um Tarifbindung entfacht
Die Auseinandersetzung zwischen der IG BCE und Adidas erreicht eine neue Phase, nachdem die Gewerkschaft beschlossen hat, mit Arbeitskampfmaßnahmen gegen den Sportartikelhersteller vorzugehen. Hintergrund der Auseinandersetzung ist Adidas' Entscheidung, aus der Tarifbindung auszutreten. Das Unternehmen argumentiert, dass die freiwillig gezahlten Gehälter über dem Tarifniveau liegen und auch eine stärkere Erhöhung beinhalten als die in der Tarifrunde vereinbarte. Diese Position wurde von Adidas ausdrücklich verteidigt.
Trotz des Angebots der IG BCE, einen Haustarif zu verhandeln, blieben konkrete Gespräche bislang aus. Nun plant die Gewerkschaft, mit einem umfassenden Vorgehen, darunter internationaler Unterstützung und den Möglichkeiten des Lieferkettengesetzes, Druck auf Adidas auszuüben.
Der Adidas-Finanzvorstand, Harm Ohlmeyer, kritisierte die Gewerkschaft scharf und beschuldigte sie des Populismus, da seiner Meinung nach unbegründete Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben werden. Die Kritik von IG BCE bezüglich der fehlenden Flexibilität des Tarifgefüges wies Adidas bereits im Sommer zurück.
Während sich der Konflikt zuspitzt, sollen in den Produktionsstätten Uffenheim und Scheinfeld Tarifkommissionsmitglieder gewählt werden. Diese sollen die Interessen der Beschäftigten in den anstehenden Verhandlungen und möglichen Arbeitskampfmaßnahmen vertreten.

