Gerresheimer kämpft mit niedrigeren Jahreszielen und volatileren Zeiten
Der renommierte Verpackungsspezialist Gerresheimer sieht sich erneut mit der Notwendigkeit konfrontiert, seine Jahresziele nach unten zu korrigieren, nachdem die ursprünglich gesetzten Erwartungen zu optimistisch waren. Besonders enttäuschend erweist sich die schwache Nachfrage im Bereich Kosmetik sowie bei Pharmaunternehmen, die auf Glas- und Kunststoffbehälter für Medikamente angewiesen sind. Diese Entwicklung zwingt CEO Dietmar Siemssen dazu, die Ziele für das aktuelle Geschäftsjahr 2024/25 abermals anzupassen und zugleich mit einem Unternehmensumbau gegenzusteuern.
Am Aktienmarkt zeigte sich die Unsicherheit durch einen merklichen Kurssturz. Im dritten Geschäftsquartal sanken die aus eigener Kraft erzielten Umsätze - ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten - um 1,2 Prozent auf 560,7 Millionen Euro. Die um Sondereffekte bereinigte Ebitda-Marge lag bei 18,8 Prozent. Trotz der robusten Nachfrage nach innovativen Drug-Delivery-Systemen konnten negative Trends in anderen Bereichen wie den Oral Liquids nicht ausgeglichen werden.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Gerresheimer nun einen Umsatzrückgang von bis zu vier Prozent. Zudem wird die bereinigte Gewinnmarge geringer ausfallen als zuvor prognostiziert. Um gegen die Nachfrageschwäche anzusteuern, plant das Unternehmen eine Reihe von Maßnahmen, darunter Kostensenkungen und eine selektivere Investitionsstrategie. Die Analysten von UBS gehen davon aus, dass die Erwartungen für den Umsatz und Ebitda des Unternehmens in Kürze sinken werden.
Der Kurs der Gerresheimer-Aktie brach prompt um fast zwölf Prozent ein, was das Papier auf das Niveau von 2012 zurückbringt und den Erholungsversuch der letzten Wochen beendet. Ein weiterer belastender Faktor war die Ankündigung einer Untersuchung der BaFin, die die Bilanzierungsmethoden des Unternehmens prüft. Gerresheimer betont jedoch, alle Vorschriften eingehalten zu haben. Dieser Schritt trägt zusätzlich zur Unsicherheit bei, die durch die im Juli geplatzen Übernahmegespräche mit Finanzinvestoren verschärft wurde.

