Gericht beleuchtet Abgasvorwürfe bei Mercedes-Benz

Im Rechtsstreit um Abgasvergehen von Mercedes-Benz steht heute der frühere Daimler-Chef Dieter Zetsche im Rampenlicht vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Hintergrund ist ein langanhaltender Konflikt über mutmaßliche Dieselabgasverstöße, der die Automobilindustrie seit Anfang der VW-Dieselaffäre 2015 beschäftigt. Zetsche, der zur strittigen Zeit den Vorstand des Herstellers leitete, könnte nun Licht in die Vorwürfe bringen, die sich gegen den Konzern richten.
Die Anleger, vertreten von der Kanzlei Tilp, klagen auf Schadensersatz in Höhe von 1,25 Milliarden Euro. Sie beschuldigen Mercedes-Benz, Anleger nicht rechtzeitig über das Risiko illegaler Abschalteinrichtungen informiert zu haben, die eventuell im Zeitraum von 2012 bis 2018 verbaut wurden. Der fallende Aktienkurs der damaligen Daimler AG verleiht ihrer Klage Nachdruck, obwohl der Konzern stets alle Vorwürfe gezielter Manipulation zurückwies.
Das Stuttgarter Oberlandesgericht führt seit Herbst 2023 eine Musterklage gemäß Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz durch, bei der sich viele private und institutionelle Investoren angeschlossen haben. Die Unternehmenssprecherin hält diese Ansprüche für unbegründet und verweist auf eine frühere Untersuchung, die keine Vorstandsvergehen aufdeckte. Währenddessen hat Mercedes-Benz, resultierend aus der Staatsanwaltschaftsermittlung, bereits eine Geldbuße von 870 Millionen Euro akzeptiert, jedoch ohne direkte Beschwerden über Abschalteinrichtungen.
Die Erwartung zur Klärung erstreckt sich auf mittlerweile drei Prozesstage, bei denen neben Zetsche auch weitere frühere Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter eingeladen sind, um ihre Seite der Geschichte darzulegen.

