Geheimes Strategiezentrum: US-Engagement in der Ukraine tiefer als angenommen
Im Zuge des fortdauernden Konflikts in der Ukraine offenbart sich ein engeres Zusammenspiel zwischen den ukrainischen Streitkräften und den USA als bisher angenommen. Wie Walerij Saluschnyj, der frühere ukrainische Oberbefehlshaber und nunmehrige Botschafter in London, mitteilte, fanden strategische Planungen zur Verteidigung gegen die russische Aggression in einem eigens dafür eingerichteten Stab in Wiesbaden, Hessen, statt. Dieser Stab, gegründet mit Unterstützung Großbritanniens, fungierte als Epizentrum der Kriegsplanung, Kriegssimulationen und der Ermittlung des militärischen Bedarfs der Ukraine, welcher dann an die USA und weitere europäische Hauptstädte kommuniziert wurde.
Die Einrichtung dieses operativen Zentrums im Sommer 2022 folgte auf ein zuvor in Stuttgart angesiedeltes Koordinationszentrum, welches im Frühling des gleichen Jahres ins Leben gerufen wurde. Saluschnyjs Offenbarungen verdeutlichen, dass die Unterstützung der USA über die bloße Lieferung von Waffen und Geheimdienstinformationen hinausging und eine tiefere Einbindung in die Planung von Gegenoffensiven beinhaltete.
Diese Neuigkeiten werfen ein Licht auf einen Zeitungsartikel der "New York Times" vom März, der die Bedeutung des US-Engagements nach dem russischen Überfall im Februar desselben Jahres thematisierte. Moskau hegt seither den Vorwurf, Kiew sei nur ein Werkzeug Washingtons, und bezeichnet den Krieg als Stellvertreterkonflikt des Westens. Saluschnyj, der bis Februar 2024 als Oberbefehlshaber tätig war, ehe er von Präsident Wolodymyr Selenskyj als Botschafter nach Großbritannien entsandt wurde, untermauerte damit die Berichte, die eine verstärkte Einbindung der USA in den Konflikt bestätigen.

