Gefährlicher Blackout in Berlin: Stromausfall nach mutmaßlichem Anschlag lähmt Teile der Stadt
Am Dienstagmorgen begann in Südost-Berlin ein unerwarteter Stromausfall, der erheblichen Einfluss auf zehntausende Haushalte und zahlreiche Unternehmen hatte. Grund für diesen Elektrizitätsengpass ist vermutlich ein Anschlag auf Starkstromkabel, der dem linken Spektrum zugeordnet wird. Besonders betroffen ist der Bezirk Treptow-Köpenick, wo viele Einwohner auch am Mittwoch wohl noch ohne Strom auskommen müssen.
Nach Angaben eines Sprechers von Stromnetz Berlin wird es im besten Fall bis Donnerstag dauern, bis alle Kunden wieder an das Netz angeschlossen sind. Die Reparaturarbeiten erfordern einen erheblichen Einsatz an Tiefbau und komplexen Kabelmontagen. Währenddessen durchstreifen Polizeifahrzeuge die Straßen, um die Anwohner zu beruhigen und auf einen sparsamen Umgang mit vorhandenem Strom hinzuweisen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat bereits Katastrophenschutz-Maßnahmen initiiert, um auf unvorhergesehene Schwierigkeiten zu reagieren.
Als Reaktion auf den Vorfall prüft das Landeskriminalamt ein Bekennerschreiben, das auf einer linksradikalen Plattform veröffentlicht wurde. In diesem erklären „Einige Anarchist:innen“, dass sich der Angriff auf den Technologiepark Adlershof richtete, um die lokale Hightech-Industrie zu stören. Der Stromausfall beeinträchtigte unter anderem Schulen und Pflegeheime, deren Sicherstellung der Feuerwehr zur Herausforderung wurde.
Zudem war die Infrastruktur in einem Großteil der betroffenen Region gestört. Straßenbeleuchtung und Ampeln fielen aus, während der Mobilfunk- und Festnetzempfang nur eingeschränkt funktionierte. Normalerweise belebte Einkaufszentren blieben größtenteils dunkel, und einige Geschäfte mussten schließen, weil sie ohne Strom nicht arbeiten konnten. Besonders schwer traf es Ärzte und Apotheken, die auf funktionierende Technik angewiesen sind und ihre Patienten anderweitig versorgen mussten.
Der Vorfall erinnert an eine Stromunterbrechung im Jahr 2019, die durch Bauarbeiten verursacht wurde und ebenfalls viele Haushalte betraf. Vertreter von Unternehmen wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Siemens Mobility berichteten zwar von Einschränkungen, ihre kritische Infrastruktur wurde jedoch durch interne Lösungen abgesichert. Diese Beeinträchtigung bringt erneut das Risiko, das mit der Verletzlichkeit der Stromversorgung großer städtischer Gebiete einhergeht, ans Licht.

