Gedämpfte Wall-Street-Stimmung: Aktienmärkte schwenken in die Defensive trotz moderater Inflationsdaten
Die wichtigsten US-Aktienindizes zeigten sich zur Wochenmitte von einer defensiven Seite, trotz einer jüngsten Verbraucherpreis-Index (CPI)-Veröffentlichung, die eine geringere Inflationssteigerung als erwartet auswies. Hinzu kam die erfreuliche Ankündigung einer Handelsabkommen-Rahmenvereinbarung zwischen den USA und China. Dennoch konnte der Aktienmarkt die Rallye der vorhergehenden Tage nicht fortsetzen.
Der S&P 500 bewegte sich lange Zeit im Plus, musste jedoch am Mittwochnachmittag einige Federn lassen und schloss 0,3% tiefer und beendete eine Reihe von drei Gewinnsitzungen in Folge. Der Nasdaq gab um 0,5% nach, während der Dow Jones um nur einen Punkt unter dem Schlusskurs vom Dienstag endete.
Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand Intel, dessen Aktien nach einer starken Performance am Vortag um 6,5% abstürzten und damit den größten Tagesverlust im S&P 500 verzeichneten. Die Volatilität von Intel wurde durch die Hoffnungen auf weniger strikte Halbleiter-Exportregelungen in den USA und China befeuert. CEO Lip-Bu Tan setzt weiterhin auf umfassende Restrukturierungsmaßnahmen, einschließlich Kostensenkungen und dem Abbau von Arbeitsplätzen.
Währenddessen gerieten Stahlhersteller-Aktien unter Druck, aufgrund von Berichten über mögliche Anpassungen der 50%-Stahlimporte-Zölle zwischen den USA und Mexiko. Es wird spekuliert, dass ein Kontingentsystem eingeführt werden könnte, das zollfreie oder vergünstigte Einfuhren bis zu einer bestimmten Menge ermöglicht. Nucor-Aktien verloren daraufhin 6,1%.
Ein weiteres Highlight war ein Rückgang der Lockheed Martin-Aktien um 4,3%, nachdem das Verteidigungsministerium der USA die Bestellung von F-35-Kampfflugzeugen reduziert hat. Verzögerungen bei technologischen Upgrades wurden als Grund genannt, warum die Vertragsabschlüsse ins Stocken geraten sind.
Im Gegensatz dazu erlebte Warner Bros. Discovery einen kräftigen Aktienanstieg von 5%, was auf Pläne zur Aufsplittung von Film- und TV-Geschäft zurückzuführen ist. Anleger zeigen jedoch weiterhin Unsicherheit bezüglich der Strategie.
Positiv hervorzuheben war auch der Kursanstieg der Starbucks-Aktien um 4,3% nach der Einführung eines KI-gestützten virtuellen Assistenten für Baristas. CEO-Äußerungen über den beschleunigten Einsatz eines neuen Personaleinsatzmodells sorgten für Aufwind.
GE Vernova profitierte von einer Erhöhung des Kursziels durch die Bank of America und legte 3,9% zu. Analysten segnen dem Unternehmen großes Potenzial in der Elektrifizierung und steigender Stromnachfrage zu. Auch Broadcom verzeichnete mit einem Anstieg von 3,4% einen positiven Kursverlauf, angetrieben durch starke Ergebnisse im Bereich der KI-Semiconductor. Das Unternehmen erwartet weiteres Wachstum, trotz eines zurückhaltenden Ausblicks auf das laufende Quartal.

