Führungswechsel bei O2 Telefónica: Markus Haas vor dem Abgang
Markus Haas, jahrelanger Vorstandsvorsitzender des Münchner Mobilfunkanbieters O2 Telefónica, steht vor einem überraschenden Wechsel. Der Aufsichtsratsvorsitzende Peter Löscher führt derzeit Gespräche über eine mögliche vorzeitige Vertragsauflösung. Parallel dazu wird bereits intensiv nach einer geeigneten Nachfolge gesucht, um den Übergang nahtlos zu gestalten.
Seit seinem Eintritt im Jahr 1998, als das Unternehmen noch Viag Interkom hieß, hat Haas maßgeblich zur positiven Entwicklung von O2 beigetragen. Nach seiner Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2017 führte er die vormals defizitäre Firma 2020 zurück in die Gewinnzone. Seither schreibt das Unternehmen kontinuierlich schwarze Zahlen. Dennoch schwindet der Rückhalt für Haas beim spanischen Mutterkonzern Telefónica, dem mehr als 7.800 Mitarbeiter starke Betrieb angehört.
Während der Amtszeit von Haas wurde das O2-Mobilfunknetz erheblich verbessert. Besonders hervorzuheben ist der Fortschritt bei der 5G-Abdeckung, bei dem O2 mit 75,4 Prozent der deutschen Fläche den Konkurrenten Vodafone hinter sich lassen konnte. Allerdings wurde ihm auch der Verlust des umsatzstarken Kunden 1&1 angelastet, der dem Geschäft Schaden zufügte, da dieser zu Vodafone wechselte und nun dessen Netz nutzt.
O2 Telefónica konnte im strategisch bedeutenden Firmenkundengeschäft nicht zu den führenden Wettbewerbern Telekom und Vodafone aufschließen. Auch im Festnetz-Internet-Vertrieb sieht sich der Mobilfunkanbieter auf fremde Leitungen angewiesen, die im Vergleich zum Kerngeschäft eine untergeordnete Rolle spielen. Trotz aller Herausforderungen bleibt O2 einer der drei starken Player auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, zusammen mit der Deutschen Telekom und Vodafone.

