Führungswechsel bei DB Cargo: Die Ära Nikutta neigt sich dem Ende zu
Der Vorstand der Deutschen Bahn ist im Umbruch und im Mittelpunkt steht aktuell DB Cargo. Nach gut drei Jahren an der Spitze des kriselnden Gütertransports wird Sigrid Nikutta laut zuverlässigen Informationen abberufen. Diese Entscheidung ist eine der ersten grundlegenden Maßnahmen von Evelyn Palla, der neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn, die damit ihre Durchsetzungskraft demonstriert. Ein aktuelles Gutachten hatte Nikuttas Sanierungspläne als unzureichend eingestuft, was letztlich zu ihrer bevorstehenden Demission führte. Die endgültige Entscheidung darüber trifft der Aufsichtsrat Ende Oktober.
DB Cargo kämpft seit Jahren mit Verlusten, die nicht mehr durch Konzernsubventionen ausgeglichen werden dürfen. Bis 2026 muss das Unternehmen eigenständig rentabel sein. Nikutta hatte ambitionierte Pläne geschmiedet, darunter den Abbau von 7.000 Stellen und die Verkleinerung von Fahrzeugbeständen. Auch der kostenintensive Einzelwagenverkehr, eine für den Gütertransport wichtige Sparte, erwies sich trotz staatlicher Förderung als nicht profitabel.
Angesichts ihres nicht vollendeten Sanierungsprogramms bleibt Nikutta eine umstrittene Figur. Während die EVG ihre Reformen als „kopflos“ kritisierte, fanden sich in Führungskreisen Stimmen, die sie für ihre Bemühungen lobten. Das jüngste Gutachten, das ihren Plan als unrealistisch einstufte, setzte sie jedoch unter erheblichen Druck.
Der laufende Umbau des Bahnvorstands spiegelt den umfassenden Reformplan der Bundesregierung wider. Vor Kurzem hatte sich Richard Lutz von seinem Posten als Bahnchef verabschiedet und Platz für Palla gemacht. Weitere strategische Wechsel stehen bevor, darunter die Ernennung von Harmen van Zijderveld für den Regionalverkehr und Karin Dohm als neue Finanzchefin.
Während Nikuttas Abschied ein bedeutender Schritt in der Restrukturierung der Bahn ist, bleibt die Zukunft der DB Cargo und die Gestaltung ihrer Maßnahmen richtungsweisend für den Erfolg des Unternehmens.

