Führungskräfte-Mangel: Die Suche nach passenden Köpfen geht weiter
Eine aktuelle Studie des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft offenbart signifikante Herausforderungen für deutsche Unternehmen bei der Besetzung von Führungspositionen. Im Jahr 2025 fehlten im Schnitt 28.180 Fachkräfte in leitenden Berufen. Studienautorin Regina Flake betont, dass unbesetzte Führungsrollen mit großen Nachteilen in den Geschäftsprozessen einhergehen.
Ein Grundproblem ist die geringe Bereitschaft zur Übernahme von Führungsverantwortung unter den Berufstätigen. Nur 14 Prozent der befragten, nicht leitenden Angestellten würden ein Führungsangebot sofort annehmen, während stolze 43 Prozent der Idee ablehnend gegenüberstehen. Bei Männern ist die Neigung zu Führungspositionen leicht höher, jedoch immer noch zurückhaltend.
Die Abschreckung resultiert vielfach aus hoher Arbeitsbelastung, großer Verantwortung und drohenden Einschnitten ins Privatleben. Nicht zuletzt spielen auch die geringen finanziellen Anreize und der mögliche Verlust sozialer Beziehungen eine Rolle, wie Flake hervorhebt. Dabei findet ein Wandel in der Wahrnehmung von Führungsaufgaben statt; es geht weniger um Status, vielmehr um strukturelle Herausforderungen.
Ein attraktives Gehalt ist für die Interessierten nach wie vor der Hauptanreiz, gefolgt von größerem Gestaltungsspielraum und Entscheidungsfreiheit. Unternehmen müssen jedoch über monetäre Anreize hinausdenken, betont Flake. Flexibilität, etwa durch Homeoffice oder Teilzeitmodelle, speziell für Frauen und Teilzeitkräfte, könnte die Akzeptanz erhöhen.
Gezielte Programme wie Mentoring oder Stellvertreterrollen könnten den Schritt in Führungsverantwortung erleichtern und Ängste abbauen. Der Mangel ist nicht neu: Bereits 2015 fehlten 14.000 Führungskräfte, während 2022 der Höchstwert von 34.600 erreicht wurde. Auch wenn der Trend leicht rückläufig ist, bleibt der Bedarf hoch.
Obwohl die verfügbaren Daten Lücken aufweisen, da nicht alle Vakanzen erfasst werden, zeigt eine 2023 durchgeführte Umfrage, dass jedes zweite Unternehmen weiterhin Schwierigkeiten bei der Besetzung von Führungspositionen verzeichnet.

