Friedrich Merz als Bundeskanzler: Deutsche Börse atmet auf
Die Wahl von CDU-Chef Friedrich Merz zum neuen deutschen Bundeskanzler hat am Nachmittag an den Aktienmärkten für spürbare Erleichterung gesorgt. Der Dax, das Flaggschiff des deutschen Aktienmarktes, reduzierte seine Verluste und sank nur um 0,4 Prozent auf einen Stand von 23.243 Punkten.
Noch am Vormittag hatte der Index seine Talfahrt beschleunigt, nachdem Merz im ersten Wahlgang nicht die notwendige Mehrheit hatte erzielen können. Dieses ungewöhnliche Ereignis hatte für Nervosität gesorgt, denn nach einer erfolgreichen Bundestagswahl und Koalitionsverhandlungen ist ein Scheitern des Kanzlerdesignierten durchaus beispiellos.
Unsicherheit ist an den Börsen jedoch selten willkommen, zumal die geplanten Investitionen in Bereiche wie Infrastruktur und Rüstung zuletzt eine treibende Kraft darstellten. Zum Start in den Handelstag war der Dax dicht an sein Rekordhoch vom März bei 23.476 Punkten herangerückt.
Der blitzartige Schrecken nach der ersten Abstimmung war kurz, aber intensiv wahrgenommen worden. Marktexperte Andreas Lipkow kommentierte, dass die Folgen eines führungslosen Deutschlands katastrophale Auswirkungen nicht nur auf Europa, sondern auch auf die internationale Wahrnehmung Deutschlands haben könnten.
Dennoch verdeutlicht die Wahl von Merz laut Lipkow die aktuellen Herausforderungen im deutschen politischen Umfeld und die Spannungen innerhalb der Parteienlandschaft. Bereits jetzt bleibe ein unangenehmer politischer Beigeschmack für die deutsche Wirtschaft zurück.

