Fresenius Medical Care überrascht mit Gewinnsprung: Analysten positiv gestimmt
Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat mit seinem effizient umgesetzten Sparprogramm einen unerwartet starken Gewinn zum Jahresstart erzielt, zur Freude von Konzernchefin Helen Giza. Wie der Konzern mitteilt, soll das erfolgreiche Effizienzprogramm auch zukünftig operative und finanzielle Verbesserungen in beiden Unternehmenssegmenten hervorbringen, was sich in einem signifikanten Anstieg der Ergebnisse und Margen niederschlagen werde. Für das Jahr sieht das Unternehmen trotz potenzieller Zolländerungen nur geringfügige Risiken.
Konkrete Mittelfristziele sollen am Kapitalmarkttag im Juni präsentiert werden. Die FMC-Aktie verteidigte bis zum Nachmittag ihre Position als Spitzenreiter im DAX und stieg zuletzt um fast fünf Prozent, wobei sie ein neues Jahreshoch seit Sommer 2023 erreichte. Das operative Ergebnis ohne Währungs- und Sondereffekte verzeichnete einen Zuwachs von 13 Prozent auf 457 Millionen Euro im ersten Quartal, während inklusive dieser Effekte der Wert um ein Drittel anstieg.
Den Zugewinn auf die Aktionäre konnte FMC mit 151 Millionen Euro mehr als verdoppeln – ein Ergebnis, das Analysten in dieser Höhe nicht erwartet hatten. Der Gesamtumsatz kletterte um 3 Prozent auf knapp 4,9 Milliarden Euro, wobei Wechselkurse sogar positiv beitrugen; währungsbereinigt wäre das Plus allerdings lediglich 1 Prozent gewesen. Herausforderungen ergaben sich durch eine schwere Grippesaison in den USA, wodurch die Gesamtzahl der Behandlungen nicht über das Vorjahresniveau hinauswuchs.
Dennoch bestätigte Giza ihre Prognose eines leichten Behandlungswachstums im Laufe des Jahres. In den USA, einem der wichtigsten Märkte des Unternehmens, litten die Wachstumsraten in der Vergangenheit unter den Folgen der Corona-Pandemie. Als Wachstumsimpuls erhofft sich FMC die Einführung eines innovativen Dialysegeräts, der hochvolumigen Hämodiafiltration, bis Ende des Jahres.
Giza lobte den bisherigen Erfolg des Sparprogramms, das sich im letzten Jahr seiner dreijährigen Laufzeit befindet und bis Ende 2025 Einsparungen von insgesamt 750 Millionen Euro vorsieht. Im vergangenen Quartal beliefen sich diese auf 68 Millionen Euro. Auch die Konzernstruktur hat sich durch den Wegfall unrentabler Bereiche und die Reduzierung von Arbeitsplätzen stark optimiert.
An den Jahreszielen hält FMC fest: Der Umsatz soll bei konstanten Wechselkursen im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen, während das bereinigte operative Ergebnis abseits der Währungseffekte um bis zu 20 Prozent anziehen soll. Analysten wie David Adlington von der US-Bank JPMorgan blicken mit Spannung auf den Kapitalmarkttag im Juni, bei dem Fresenius Medical Care vermutlich weitere Sparmaßnahmen und neue Margenpläne vorstellen wird.
Giza wird sich dort zudem zu Strategie und Kapitalstrategie äußern. Fresenius Medical Care agiert seit der Entflechtung von der ehemaligen Muttergesellschaft Fresenius im November 2023 eigenständig, wobei Fresenius seinen Anteilsbesitz im März auf 28,6 Prozent reduzierte. Dieser wird in den kommenden Jahren weiter sinken, während Fresenius als größter Anteilseigner mit mindestens 25 Prozent plus eine Aktie engagiert bleibt.

