Freigelassene Palästinenser im Luxushotel in Kairo: Ein beispielloses Szenario
Nach ihrer Entlassung aus israelischen Haftanstalten haben mehrere Dutzend palästinensische Häftlinge vorübergehend in einem Luxushotel im Stadtteil Neu-Kairo Unterschlupf gefunden. Diese Information, die aus islamistischen Hamas-Kreisen an die Deutsche Presse-Agentur gelangte, wirft ein Schlaglicht auf die komplexen politischen Verwicklungen der Region.
Die Rede ist von etwa 250 freigelassenen Palästinensern, die fast die Hälfte der verfügbaren Zimmer des Hotels belegen sollen. Der Aufenthalt der Männer wird Berichten zufolge von Katar finanziert. Allerdings fehlt bislang eine offizielle Bestätigung dieser Angaben. Auch die Leitung des Hotels schweigt zu den Gerüchten und gibt an, keine Auskünfte über die Identität ihrer Gäste zu haben.
Im Rahmen der bestehenden Waffenruhe im Gaza-Konflikt hat Israel insgesamt 1.700 palästinensische Häftlinge freigelassen, darunter 250 Langzeithäftlinge, die wegen schwerer Vergehen verurteilt wurden. Zu diesen gehört auch ein wegen Mordes an einem Jugendlichen verurteilter Gefangener sowie ein Drahtzieher verheerender Anschläge in Beerscheva.
In Kairo angekommen, wurden die freigelassenen Männer mit einer Feier im Hotel willkommen geheißen, während sie unter den Augen ahnungsloser globaler Touristen wohnten. Eine britische Boulevardzeitung berichtet zudem von der Anwesenheit eines hochrangigen Hamas-Mitglieds, das bekannt wurde durch das Initiieren einer Entführungsspezialeinheit. Diese Informationen sowie Aufnahmen der Häftlinge im Hotelrestaurant und Garten korrespondieren teilweise mit israelischen Medienberichten.
Dabei herrscht Uneinigkeit darüber, ob Katar oder die Türkei, beide Staaten mit langjährigen Verbindungen zur Hamas, die Hotelkosten tragen. Das zukünftige Schicksal der Männer ist unklar, und Hamas-nahe Quellen berichten von laufenden Verhandlungen über eine Aufnahme der Freigelassenen in andere Länder. Gegenwärtig befinden sich die ehemaligen Insassen in Kairo ohne ausreisetaugliche Papiere, während die Welt mit Spannung verfolgt, welche Wendung ihre Geschichte als Nächstes nimmt.

