Frankreichs Atomabhängigkeit: Greenpeace kritisiert fortdauernde Importe aus Russland
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erhebt scharfe Vorwürfe gegen Frankreich, das trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine weiterhin auf atomares Material aus Russland setzt. Eine akribische Analyse von Zolldokumenten und Daten über Uranlieferungen belegt die weiterhin zentrale Rolle Russlands für französische Energiegiganten wie EDF, das Atomunternehmen Orano und das Kerntechnikunternehmen Framatome.
Laut Greenpeace wird der russische Nuklearkonzern Rosatom als Schlüsselakteur beim Handel mit angereichertem Uran betrachtet. Auffallend ist, dass der Kernkraftsektor bislang von den Sanktionen gegen Russland ausgespart blieb. Diese Kontinuität im Handel interpretiert Greenpeace als ein Fortbestehen der Geschäftsbeziehungen, ungeachtet des kriegerischen Kontextes zwischen Russland und der Ukraine.
Die Diskussion über Frankreichs Energiepolitik vertieft sich, zumal das Wirtschaftsministerium entschlossen ist, die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Es wird zunehmend über Möglichkeiten zur Steigerung der eigenen industriellen Kapazitäten gesprochen, doch fruchtbare Antworten auf Anfragen bleiben bislang aus. Interessant bleibt, dass der Importanteil von angereichertem Uran aus Russland deutlich zurückgegangen ist. Von ehemals 67 Prozent im Jahr 2022 sank er auf 24 Prozent im Jahr 2024. Eine bemerkenswerte Entwicklung zeigt sich 2025, als nur eine einzige Einfuhr registriert wurde.
Die schwindenden Geschäftsbeziehungen zu Russland führen nichtsdestotrotz dazu, dass etwa die Hälfte der französischen Uran-Importe weiterhin über russisches Gebiet transportiert werden, bevor sie in den Häfen von Dunkerque und Rotterdam ankommen.

