Fosun Tourism: Aktienrückkauf als Wachstumsstrategie
Ein bemerkenswerter Kurssprung prägte die Aktien der Fosun Tourism Group in Hongkong, da der Eigner der Luxusresort-Kette Club Med, einen Rückkauf der Aktien von Minderheitsaktionären ankündigte. Dieser Schritt markiert eine strategische Neuausrichtung in Richtung privates Wachstum.
Nach Wiederaufnahme des Handels am Mittwoch verzeichnete der Aktienkurs von Fosun Tourism einen Anstieg von bis zu 83 %. Hintergrund ist der Vorschlag, die verbleibenden Aktien zurückzukaufen, die noch nicht der Fosun Group gehören, und das Unternehmen von der Börse in Hongkong zu nehmen. Dabei wird ein Rückkaufswert von 7,8 Hongkong-Dollar pro Aktie geboten, was einem Aufschlag von etwa 95 % gegenüber dem letzten Schlusskurs vom 26. November entspricht.
Die größte Beteiligung an Fosun Tourism hält mit fast 80 % die Fosun International. Trotz eines Rückgangs der Aktien um 31 % in diesem Jahr bleibt der Marktwert des Unternehmens bei etwa 640 Millionen Dollar. Der Tourismussektor gilt zwar als ein Lichtblick in der schleppend wachsenden chinesischen Wirtschaft, jedoch sehen sich die Anbieter mit sinkender Kundenfrequenz und Preisbewusstsein der Reisenden konfrontiert. In der ersten Jahreshälfte verzeichnete Fosun Tourism einen Rückgang des Betriebsgewinns um 23 % im Vergleich zum Vorjahr.
Indem sich Fosun Tourism zu einem Unternehmen in privater Hand wandelt, plant es, den Unternehmenswert langfristig durch Investitionen in seine Kernbereiche zu steigern und schrittweise in ein asset-light Geschäftsmodell überzugehen. Seit dem Börsengang im Jahr 2018 in Hongkong fiel der Aktienkurs von anfangs 15,6 Hongkong-Dollar auf 4 Hongkong-Dollar am letzten Tag vor der Handelsaussetzung.
Fosun International, gegründet vom chinesischen Unternehmer Guo Guangchang, besitzt Club Med über Fosun Tourism. Club Med ist bekannt für seine All-inclusive-Resorts, die eine breite Palette an Freizeitaktivitäten anbieten. Zu den über 60 Resorts zählen Standorte wie die französischen Alpen und die Malediven.

