Forza Horizon 6: Tokios Stadtkulisse ist so gewaltig, dass Playground Games ein eigenes Team dafür aufstellte
Wenn ein Entwicklerstudio ein eigenes Team nur für eine einzige Stadt abstellt, sagt das eigentlich schon alles. Forza Horizon 6 nimmt Japan als Schauplatz – und Tokio nimmt dabei eine Sonderstellung ein, die selbst langjährige Fans der Reihe überraschen dürfte. Was Playground Games hier gebaut hat, sprengt jeden Vergleich mit früheren Teilen, und die Aussagen der Entwickler lassen erahnen, warum.
Eine Stadt, die ihr eigenes Team brauchte
Tokio ist in Forza Horizon 6 kein gewöhnlicher Stadtabschnitt, der irgendwo zwischen Landstraßen und Bergpässen eingeklemmt wurde. Art Director Don Arceta beschreibt die Metropole als derart vielschichtig und kleinteilig, dass das Studio die Entwicklung in zwei parallele Teams aufgeteilt hat – eines ausschließlich für die Stadt. Straßen, Gebäude, Vegetation, Geländeformationen: Tokio vereint all das in einem Ausmaß, das laut Arceta weit über alles hinausgeht, was Playground Games bisher realisiert hat. Produktionsdirektor Mike Bennett setzt die Dimension in Zahlen: Die Stadt ist fünfmal größer als Guanajuato, der bislang größte urbane Raum der Reihe. Fünfmal. Das ist keine Feinabstimmung – das ist eine vollständige Neuerfindung des eigenen Maßstabs.
Vier Viertel, ein Kosmos
Tokio ist in vier klar abgegrenzte Bezirke unterteilt, die sich in Atmosphäre und Funktion deutlich voneinander abheben. Die Vorstädte bilden den äußeren Gürtel mit ruhigeren Wohnstraßen, während das Hafenviertel mit Tausenden von Frachtcontainern als ideale Kulisse für Drifts und Events dient. Über die Rainbow Bridge gelangt man ins Industriegebiet, das unter anderem den weltberühmten Parkplatz Daikoku beherbergt – ein Wallfahrtsort für Autoliebhaber. Das Herzstück bildet die Innenstadt, wo das Horizon Festival am deutlichsten spürbar ist und die charakteristischen Wolkenkratzer die Skyline dominieren. Bennett hebt besonders die vielschichtige Straßeninfrastruktur hervor – mehrstöckige Hochstraßen, für die das Studio sogar eigens neue Entwicklerwerkzeuge bauen musste, angelehnt an Erfahrungen aus dem Hot-Wheels-Erweiterungspaket eines Vorgängers.
Lebendig ohne NPCs mit Tagesablauf
Eine der größten Herausforderungen bei der Gestaltung einer Großstadt in einem Rennspiel ist die Bevölkerung. Bennett spricht offen darüber: Autos und Fußgänger vertragen sich schlecht, und Forza Horizon ist kein GTA. Die Lösung liegt in der Horizon-Festival-Infrastruktur, die gezielt in die Stadt integriert wurde – abgesicherte Zonen mit Festival-Branding, in denen Passanten sicher untergebracht sind, während du mit Vollgas durch die Straßen schießt. Das Ergebnis ist eine Stadt, die belebt wirkt, ohne dass Spieler permanent auf Fußgänger Rücksicht nehmen müssten. Es ist ein cleverer Kniff, der die spielerische Freiheit erhält und gleichzeitig die Illusion eines pulsierenden Stadtlebens aufrechthält. Forza Horizon 6 erscheint am 19. Mai für Xbox Series X/S und PC – und Tokio allein scheint Grund genug zu sein, den Kalender zu markieren.


