Formel 1: Die Saison der überraschenden Wendungen
Bereits nach vier Rennen der Formel-1-Saison 2024 erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff die Meisterschaft für entschieden. Max Verstappen schien unaufhaltsam. Doch nur fünf Monate später wendet sich das Blatt überraschend. Bei Monza landete Verstappen zum sechsten Mal in Folge nicht auf dem Podium, was die Spannung im Titelrennen schlagartig erhöhte.
Mit einem Vorsprung von 62 Punkten führt Verstappen zwar noch die Fahrerwertung an, warnte jedoch, dass ohne Lösung für seine Probleme mit dem Red Bull RB20 sowohl die Fahrer- als auch die Konstrukteursmeisterschaft in Gefahr seien. Lando Norris von McLaren wird zusehends zur Bedrohung und könnte bald Verstappen den ersten Platz streitig machen. Auch McLaren ist in der Konstrukteurswertung dicht auf den Fersen von Red Bull und sitzt nur acht Punkte zurück.
Ferrari setzte bei Monza ein emotionales Ausrufezeichen. Charles Leclerc siegte überraschend dank einer mutigen Einstoppstrategie, und sein Triumph löste Jubelstürme auf den Tribünen aus. Ferrari-Teamchef Andrea Stella bewertete die Leistung als Zeichen der wiedergewonnenen Stärke des Teams. Leclercs Erfolg beruhte auch auf einer neuen Bodenplatte, die das lange bestehende Problem des Bouncings endlich beseitigte.
Carlos Sainz, der Vierter wurde, zeigte sich optimistisch, dass Ferrari auch bei anderen Rennen konkurrenzfähig sein könnte, sollte sich das gute Abschneiden in Monza bestätigen. Vor allem in den nächsten Rennen auf den Stadtkursen von Baku und Singapur werde man wichtige Erkenntnisse sammeln können.
Die Frühjahrssaison von Ferrari, insbesondere nach Leclercs Sieg in Monaco, verlief enttäuschend. Doch seit August macht das Team wieder Boden gut. Es fehlen nur noch 39 Punkte auf Red Bull. Leclerc mahnte jedoch zur Vorsicht: Monza sei eine besondere Strecke, und man sei noch nicht das Auto, das es zu schlagen gilt.
Mit acht verbleibenden Rennen bleibt die Saison unberechenbar spannend. Bei einem solchen Titelrennen kann wirklich alles passieren.

