FMC mit erfrischender Quartals-Gala, doch Bühnennebel zieht schnell auf
Die jüngsten Quartalszahlen und der kühne Ausblick des Dialysespezialisten FMC entfachten am Dienstag zunächst große Erwartungen bei den Anlegern. Im frühen Handel kletterten die Aktien mit einem kräftigen Sprung von über 4 Prozent auf den höchsten Punkt seit Monaten. Doch das euphorische Hoch erreichte bald seine Grenzen, als der Schwung an der 21-Tage-Linie nachließ. Letztlich endeten die Papiere mit einem bescheideneren Plus von 0,7 Prozent, was einem Kurs von 44,93 Euro entspricht. Über das bisherige Jahr hinweg betrachtet, hat FMC einen marginalen Anstieg von unter zwei Prozent verzeichnet, während der Dax mit einem stolzen Zuwachs von knapp 13 Prozent glänzt.
Rückblickend konnte FMC durch kluge Kostensenkungsstrategien im vergangenen Jahr seine Profitabilität merklich steigern. Besonders das letzte Quartal wurde besser abgeschlossen als ursprünglich prognostiziert. Die Konzernchefin Helen Giza plant, im operativen Geschäft bis 2025 deutlich rentabler zu werden. Bereits zum Jahresende sollen die Maßnahmen zur Kostensenkung verstärkt werden. Aktionäre wurden bereits jetzt mit der Aussicht auf eine üppige Dividendenerhöhung gelockt.
In einem erfrischend positiven Licht sah sich auch der sonst zurückhaltende JPMorgan-Experte David Adlington gezwungen, die Ergebnisse und den Blick auf 2025 zu loben. Insbesondere beim Gewinn sieht er noch Luft nach oben im hohen einstelligen Prozentbereich. Kurzfristig bleibt er optimistisch, doch warnt er davor, dass mit steigenden Kursen auch Sorgen über eine mögliche Aktienplatzierung durch die Muttergesellschaft Fresenius sowie das schwache Volumen in der Dialysebranche wieder in den Vordergrund rücken könnten.
Der Jefferies-Experte James Vane-Tempest hob hervor, dass FMC leicht besser als erwartet abschnitt. Der Umsatzprognose für 2025 verlieh er ebenfalls einen gemäßigten Applaus eine und sah die operative Marge etwas über den Erwartungen. Dem stimmte Christian Ehmann von Warburg Research zu, indem er den Umsatz als im Rahmen der Erwartungen beurteilte. Doch beim operativen Ergebnis (Ebit) sah er Luft nach oben nur bei einer bereinigten Betrachtung.

