Fessenheim: Beginn der Rückbauarbeiten und Zukunftspläne
Das stillgelegte Atomkraftwerk Fessenheim, das sich nahe der deutsch-französischen Grenze befindet, steht kurz vor dem Beginn seiner Rückbauarbeiten. Laut dem französischen Stromversorger EDF wird der offizielle Erlass für den Rückbau im März erwartet, und mit der Genehmigung der Betriebsvorschriften durch die Behörde für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz (ASNR) könnten die Arbeiten dann im Mai starten.
Fessenheim, südlich von Freiburg gelegen, hatte 2020 nach 42 Jahren seinen Betrieb eingestellt. Vor der Schließung hatte es anhaltende Proteste von Atomkraftgegnern, auch aus Deutschland, gegeben, die ein Ende des Betriebs des Meilers im Elsass forderten. Der Abtransport aller Brennelemente aus dem Kraftwerk wurde bereits im September 2022 erfolgreich abgeschlossen.
EDF informiert, dass die Vorbereitungsarbeiten zum Rückbau zu 98 Prozent abgeschlossen sind. Zu den ersten Schritten im Rückbau des Reaktors Nr. 1 zählen die Demontage der drei Dampferzeuger und das Entfernen der Gestelle für die gelagerten Brennelemente. Diese Maßnahmen markieren den Beginn einer neuen Phase in der Umgestaltung des Standortes.
Ab 2027 plant EDF, auf dem Areal eine Schmelzanlage für schwach radioaktiv belasteten Schrott zu errichten, die bis 2031 betriebsbereit sein soll. Die Anlage soll es ermöglichen, bis zu 500.000 Tonnen Metalle aus ganz Frankreich zu recyceln, was auch Teile von Dampferzeugern anderer Atomkraftwerke einschließt. Der sogenannte Technocentre verspricht rund 200 neue Arbeitsplätze und erfordert ein Investitionsvolumen von etwa 450 Millionen Euro.

