Fehmarnbelt-Tunnel: Eine Reise in die Bau-Zukunft mit Verzögerungen
Die Fertigstellung des ehrgeizigen Fehmarnbelt-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark wird sich voraussichtlich um zwei Jahre verzögern. Ursprünglich für das Jahr 2029 geplant, wird die Eröffnung nun eher für 2031 erwartet. Mikkel Hemmingsen, CEO der dänischen Sund & Bælt Holding, zu der auch der Bauträger Femern A/S gehört, bestätigte diese Verschiebung.
Die Verzögerung ist auf unerwartete Schwierigkeiten bei der Absenkung der Tunnelelemente zurückzuführen. Diese komplexe Bautechnik wurde zuvor nur im flacheren Öresund erprobt und stellt bei einer Tiefe von 45 Metern im Fehmarnbelt eine erhebliche Herausforderung dar. Hemmingsen betonte, dass Präzision und Planung bei der Umsetzung eine essenzielle Rolle spielen. Ob die Zeit noch aufgeholt werden kann, bleibt unklar, da viele Faktoren, einschließlich des Wetters, mitspielen müssen.
Ein weiterer Aspekt sind die finanziellen Überlegungen. Die Baukosten belaufen sich derzeit auf etwa 7,1 Milliarden Euro, wobei die Rückzahlung auf 36 Jahre geschätzt wird. Hemmingsen versicherte, dass die Mautgebühren nach Fertigstellung des Tunnels günstiger als die aktuellen Fährpreise sein werden, auch wenn die endgültige Höhe erst kurz vor der Eröffnung festgelegt wird.
Auch der politische Blick auf das Projekt ist positiv. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther bezeichnete den Bau als die größte Baustelle Nordeuropas und erwartet wirtschaftliche Vorteile für die Region. Trotz der Verzögerungen wird auf politischer Ebene daran gearbeitet, die Pläne nicht weiter zu verändern und die Bauzeit möglichst einzuhalten.
Währenddessen steigen die Kosten auf deutscher Seite für den Fehmarnsund-Ersatztunnel deutlich. Die Deutsche Bahn hatte die Zahlen ursprünglich wesentlich niedriger angesetzt, doch aktuell wird mit über 2,3 Milliarden Euro gerechnet. Zudem wird auch die Hinterlandanbindung teurer, bedingt durch Inflation und die Lage in der Baubranche. Die genauen Kosten sind jedoch noch in der Überprüfung.

