Fed-Sitzung: Zinsentscheid mit Fragezeichen
Die US-Notenbank Fed hat erneut gehandelt: Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde der Leitzins um 0,25 Punkte gesenkt, womit er sich nun in der Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent bewegt. Diese Anpassung erfolgte im Einklang mit den Erwartungen vieler Volkswirte, jedoch bleibt die Unsicherheit bestehen.
Während der Pressekonferenz sorgte Fed-Chef Jerome Powell für Verwirrung, indem er klarmachte, dass eine weitere Zinssenkung im Dezember alles andere als sicher sei. Dies überrascht, da viele Analysten mit einer erneuten Absenkung zum Jahresende rechneten.
Ökonomen wie Bernd Weidensteiner von der Commerzbank betonen, dass Powell sich deutlich von seiner üblichen vorsichtigen Kommunikation abwandte und darauf hinwies, dass die Zinsentscheidungen stark datenabhängig sind und von Sitzung zu Sitzung überprüft werden. Diese Hinweise erhöhen die Unsicherheiten für zukünftige Prognosen.
Thomas Gitzel von der VP Bank verweist auf die Problematik der aktuellen Datenlage. Der anhaltende Regierungsstillstand behindert die Entscheidungsfindung, da wesentliche Daten fehlen. Die divergierenden Meinungen im Offenmarktausschuss und die Schwierigkeiten, fundierte Entscheidungen ohne ausreichende Informationen zu treffen, unterstreichen die Komplexität der Situation.
Auch Paul Ashworth von Capital Economics hebt die ausgeglichene Abstimmung hervor und unterstreicht die Unsicherheit über die zukünftige Zinsentwicklung. Michael Heise von HQ Trust weist zudem auf die wirtschaftlichen Folgen der Haushaltssperre hin, die eine Herausforderung für die wirtschaftliche Stabilität darstellt.

