Schweizer Bitcoin-Reserve-Traum scheitert nach unzureichender Unterschriftensammlung

Eine Kampagne, die darauf abzielte, die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu zu bewegen, Bitcoin in ihre Reserven aufzunehmen, steht vor dem Aus. Die Unterstützer konnten nicht genügend Unterschriften für ein Referendum gemäß den verfassungsrechtlichen Vorgaben der Schweiz sammeln, trotz monatelanger Bemühungen und öffentlicher Kampagnen.
Den Initiatoren standen 18 Monate zur Verfügung, um 100.000 gültige Unterschriften zu sammeln, um eine Verfassungsänderung vorzuschlagen, die die Zentralbank verpflichtet hätte, Bitcoin neben Gold und Fremdwährungsreserven zu halten. Mit dem nahenden Fristende erklärte die Bitcoin-Initiative, dass sie nur etwa die Hälfte der erforderlichen Anzahl an Unterschriften erreicht habe.
Wichtiger Rückschlag für die Reserve-Kampagne
In einer Erklärung gegenüber Reuters räumte der Kampagneninitiator Yves Bennaim ein, dass die Bemühungen von Anfang an schwierige Chancen hatten, und sagte, die Initiative werde nun auslaufen. Trotz des Rückschlags habe die Kampagne dazu beigetragen, die Diskussion über die Rolle der Kryptowährung im Finanzsystem voranzutreiben. Die SNB hat sich konsequent gegen die Idee ausgesprochen, Kryptowährungen in ihren Reserven zu halten, da digitale Vermögenswerte zu volatil seien und die notwendige Marktlösung für das Reservemanagement fehle.
Die Zentralbank hat zudem betont, dass Reservevermögen es ihr ermöglichen müssen, ihre Bilanz bei Bedarf schnell zu erweitern oder zu reduzieren und gleichzeitig den langfristigen Wert zu erhalten. Obwohl einige Zentralbanken die Exposition gegenüber digitalen Vermögenswerten untersucht haben, variieren die Ansätze stark.
Die Tschechische Nationalbank hat beispielsweise im letzten Jahr Kryptowährungen und blockchain-bezogene Vermögenswerte im Wert von etwa $1 Million erworben, um die digitalen Märkte besser zu verstehen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hingegen bleibt vorsichtig und betont, dass Reservevermögen sicher, geschützt und liquide bleiben müssen.
Im vergangenen Monat schlug der taiwanesische Abgeordnete Dr. Ko Ju-Chun vor, Bitcoin in die nationalen Reserven des Landes aufzunehmen. Der Vorschlag, der während einer Sitzung des Legislativ-Yuans gemacht wurde, verwies auf Bedenken hinsichtlich der starken Abhängigkeit Taiwans von US-Dollar-Reserven und schlug vor, dass Bitcoin trotz der früheren Bedenken der Zentralbank hinsichtlich Volatilität und Verwahrungsrisiken als strategische Absicherung dienen könnte.
Ein Blick auf das große Ganze
Die Debatte über Bitcoin-Reserven findet statt, während der Markt weiterhin volatil ist. BTC fiel kürzlich unter $80.000, nachdem es Anfang der Woche neue mehrmonatige Höchststände erreicht hatte. Der Vermögenswert liegt nun mehr als 36% unter seinem Allzeithoch vom letzten Jahr.
Unterdessen haben geopolitische Spannungen die Marktvorsicht verstärkt, nachdem widersprüchliche Berichte behaupteten, der Iran habe ein US-Marine-Schiff in der Straße von Hormus angegriffen.

