Fed im Fadenkreuz: Debatte um Unabhängigkeit entfaltet sich weiter
Die jüngsten Entwicklungen im fortwährenden Streit über die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed sorgen für Aufsehen, doch die Marktreaktionen bleiben verhalten. Der Kurs für zehnjährige US-Staatsanleihen verzeichnete lediglich einen leichten Rückgang. Der Terminkontrakt für diese Anleihen, bekannt als T-Note-Future, gab minimal um 0,03 Prozent auf 112,19 Punkte nach, während die Rendite der Anleihen bei 4,19 Prozent verharrte.
Hintergrund sind die jüngsten Spannungen zwischen dem US-Justizministerium und Fed-Chef Jerome Powell. Eine angedrohte Klage gegen Powell wegen vermeintlicher Falschaussagen vor dem Senat im Zuge von Sanierungsmaßnahmen bei der Zentralbank wurde von ihm in einer unverblümten Stellungnahme als Versuch gewertet, die Entscheidungen der Federal Reserve zu beeinträchtigen. Powell argumentiert, dass es in Wahrheit um die Frage gehe, ob die Fed die Kontrolle über die Geldpolitik behält oder ob diese durch politischen Druck verzerrt wird.
Der Konflikt zwischen Regierung und Notenbank erreicht mit diesen Ereignissen eine neue Ebene, wie auch Analyst Bernd Weidensteiner von der Commerzbank feststellt. Die zentrale Frage bleibe, ob die Fed im Kongress ausreichend Unterstützung findet, um ihre Unabhängigkeit zu wahren.

