Fed-Entscheidungen treiben Börsenrallye auf neue Höhen
Die Aktienmärkte übertreffen sich weiterhin selbst, da die US-Notenbank Federal Reserve erneut eine deutliche Unterstützung geliefert hat. Die Zentralbank hat am Mittwoch den Leitzins um einen Viertelpunkt gesenkt und signalisiert, dass bis Jahresende zwei weitere Zinssenkungen wahrscheinlich sind. Fed-Chef Jerome Powell bezeichnete diesen Schritt als Maßnahme zur Risikosteuerung, um den sich abschwächenden Arbeitsmarkt zu stützen. Dieses Umfeld hat die Zuversicht an der Wall Street gestärkt, dass die Rallye nicht so schnell endet.
Marky Lerner, Chefmarktstratege bei Truist, hebt hervor, dass in seiner Forschung seit den 1980er Jahren Zinssenkungen der Fed, wenn der S&P 500 (^GSPC) innerhalb von 3 % seiner Rekordhochs liegt, 90 % der Zeit im Folgejahr zu Gewinnen geführt haben. Auch wenn die Geldpolitik nur ein Faktor ist, seien Zinssenkungen außerhalb von Rezessionen historisch günstig für Aktien, vor allem wenn die Unternehmensgewinne stabil bleiben.
Dies erklärt, warum Strategen bei Wells Fargo, Barclays und Deutsche Bank zuletzt ihre Kursziele für den S&P 500 angehoben haben. Rückenwind bekommen die Märkte durch stabile Gewinne, den Investitionszyklus in Künstliche Intelligenz und die erleichterte Geldpolitik der Fed.
Gleichzeitig warnen einige Experten vor kurzfristen Hürden und Volatilitätsrisiken. So hat der S&P 500 bereits das Jahresendziel von Citi erreicht, wobei eine faire Bewertung der Aktien festgestellt wurde. Im Technologiesektor, insbesondere beim Nasdaq 100, werden kurzfristige Rückschläge erwartet, bevor es wieder aufwärtsgehen könnte. Dennoch bleibt der KI-getriebene Bullenmarkt aus Sicht von Evercore ISI intakt.
Investoren manövrieren in einem von der JPMorgan als "jobless expansion" bezeichneten Umfeld, das durch ein schwaches Beschäftigungswachstum die Fed zum Handeln zwingt. Unterdessen bleibt die Frage, welche Art von Lockerung uns bevorsteht. Der Fed-Vorsitzende Powell unterstreicht eine datenabhängige Herangehensweise, wobei die Inflation oberhalb des Zielwertes liegt und der Arbeitsmarkt an Schwung verliert.

