Fed-Entscheidung im Fokus: Euro zeigt sich stabilisiert
Nach einem holprigen Wochenauftakt hat sich der Euro am Mittwochmorgen gegenüber dem US-Dollar stabilisiert gezeigt. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte zuletzt bei 1,1552 US-Dollar und damit etwas höher als am Vorabend. Vor der jüngsten Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU lag der Euro noch bei 1,1750 US-Dollar. Diese Vereinbarung stieß bei Experten auf Skepsis, da sie als ungünstig für die europäische Wirtschaft bewertet wurde und den Euro belastete. Dennoch hatte die Währung in den letzten Monaten an Stärke gegenüber dem Dollar gewonnen.
Ein zentrales Augenmerk liegt nun auf der erwarteten Leitzinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Trotz starkem politischem Druck, insbesondere durch die Regierung von Präsident Donald Trump, rechnen Ökonomen nicht damit, dass die Fed ihre Zinssätze senkt. Die derzeitige Zinsspanne zwischen 4,25 und 4,50 Prozent soll nach Einschätzung der Experten vorerst bestehen bleiben. Erst im späteren Verlauf des Jahres wird mit möglichen Senkungen gerechnet.
Bevor die Fed ihre Entscheidung trifft, werden am Nachmittag Wirtschaftsdaten aus den USA für das zweite Quartal erwartet. Wie Michael Pfister von der Commerzbank erläutert, gab es im ersten Quartal ein Schrumpfen der Realwirtschaft, hauptsächlich bedingt durch den vorgezogenen Import aufgrund drohender US-Zölle. Die wirtschaftlichen Entwicklungen im zweiten Quartal könnten jedoch gegensätzliche Effekte zeigen.
Pfister verweist darauf, dass diese Sondereffekte die Vorhersagen des Wirtschaftswachstums zusätzlich erschweren. Sollten die aktuellen Zahlen positiver als erwartet ausfallen, könnten sie jene Investoren bestärken, die einen abwartenden Ansatz hinsichtlich der Auswirkungen der US-Zölle auf die Inflation bevorzugen. Im Falle schwächerer als erwarteter Daten könnte die Diskussion über Zinssenkungen wieder an Intensität gewinnen, und es wäre nicht überraschend, erneut Forderungen zu hören, diesmal verstärkt über Trumps soziale Medien.

