Fallout 4 Anniversary Edition: Das Ödland kommt auf die Switch 2 und bringt seine Altlasten mit
Das Commonwealth öffnet seine verstrahlten Tore für eine neue Generation von Konsolenspielern. Fallout 4: Anniversary Edition steht kurz davor, Nintendos brandneue Hardware zu erobern – doch dieser triumphale Einzug wird von den Schatten einer turbulenten Vergangenheit begleitet. Bethesda hat zwar ein Erscheinungsdatum verkündet, doch wer die Geschichte dieser Edition kennt, wird womöglich skeptisch die Augenbraue heben. Manchmal sind Jubiläumsausgaben eben nicht nur Anlass zur Freude, sondern auch Mahnung dafür, dass nicht jedes technische Geschenk ohne Tücken daherkommt.
Der Countdown zum Commonwealth läuft
Am 24. Februar 2026 wird die digitale Fassung von Fallout 4: Anniversary Edition für die Switch 2 verfügbar sein, gefolgt von einer physischen Ausgabe am 28. April. Diese Ankündigung erfolgte im Rahmen eines Nintendo Direct Partner Showcase, bei dem niemand Geringeres als Todd Howard höchstpersönlich die Bühne betrat – eine zweifellos symbolträchtige Geste, die jedoch nicht bei allen Zuschauern auf ungeteilte Begeisterung stieß. Das Paket selbst ist opulent bestückt: Sämtliche zuvor veröffentlichten Inhalte sind enthalten, darunter die Einzelspieler-Erweiterungen Automatron, Far Harbor und Nuka-World. Auch die Settlement-Mechaniken wurden durch Pakete wie Wasteland Workshop, Vault-Tec Workshop und Contraptions Workshop erweitert. Wer schon immer davon träumte, einen Todeskralle einzufangen und gegen die eigenen Siedler antreten zu lassen, bekommt hier die Gelegenheit dazu. Über 150 Creation Club-Objekte – von alternativen Hundebegleitern bis hin zu bunten Power-Armor-Lackierungen – runden das Angebot ab.
Eine Edition mit zweifelhaftem Ruf
Doch hinter dieser Fülle verbirgt sich eine düstere Episode. Als die Anniversary Edition im November 2025 auf anderen Plattformen erschien, hinterließ sie eine Schneise der Verwüstung. Statt Jubelstürme zu entfachen, führte das Update zu gravierenden technischen Problemen – besonders PC-Besitzer sahen sich mit zahlreichen Fehlfunktionen konfrontiert. Das eigentliche Dilemma lag jedoch darin, dass Spieler das Update nicht ablehnen konnten; es wurde zwangsweise installiert, selbst wenn man keinerlei Interesse an den neuen Inhalten hatte. Bethesda hat seither diverse Patches nachgeschoben, um den angerichteten Schaden einzudämmen, doch der bittere Nachgeschmack bleibt. Ob die Switch 2-Version von diesen Kinderkrankheiten verschont bleibt oder ob Spieler auch hier mit unerwarteten Stolpersteinen rechnen müssen, wird sich erst nach dem Launch zeigen.
Zwischen Vorfreude und Vorsicht
Für Switch 2-Besitzer, die das postapokalyptische Boston bislang noch nicht erkundet haben, bietet diese Edition zweifellos einen üppigen Einstiegspunkt. Wer jedoch die Entwicklung der Anniversary Edition verfolgt hat, dürfte mit gemischten Gefühlen auf den Release blicken. Sollte die Edition als kostenpflichtiges Upgrade für Bestandskunden angeboten werden – wie es auf anderen Plattformen der Fall war – könnte dies zusätzliche Diskussionen entfachen. Immerhin handelt es sich nicht um ein völlig neues Spiel, sondern um eine Zusammenstellung längst verfügbarer Inhalte, gewürzt mit Creation Club-Goodies. Die Frage bleibt: Hat Bethesda aus den Fehlern gelernt und eine stabile Portierung abgeliefert, oder werden Switch 2-Spieler als Beta-Tester für eine ohnehin schon problembehaftete Neuauflage fungieren?


