Ex-Manager von Volkswagen stehen in Braunschweig vor dem Urteilsspruch
Im langwierigen Betrugsprozess zur VW-Dieselaffäre äußerten sich die vier Angeklagten zum finalen Mal vor Gericht und verliehen ihren gemischten Gefühlen Ausdruck. Deutlich feststellbar war, dass sie die Sichtweise der Staatsanwaltschaft nicht teilen und die lang anhaltenden Ermittlungen als belastend und lebensverändernd beschreiben. Die beinahe vier Jahre andauernde juristische Auseinandersetzung vor dem Landgericht Braunschweig empfanden die Angeklagten zudem als überaus anstrengend und nervenzehrend.
Als Konsequenz aus dem Verfahren sieht die Staatsanwaltschaft die früheren Führungskräfte des Wolfsburger Automobilunternehmens des Betrugs schuldig gesprochen. Insbesondere für drei der Angeklagten fordert die Strafverfolgung Haftstrafen zwischen drei und vier Jahren, da Bewährungsstrafen aus ihrer Sicht inadäquat erscheinen. Die Verteidigung hält hingegen an drei Freisprüchen und einer bloßen Verwarnung fest. Mit dem Urteil wird am 26. Mai gerechnet.
Die Angeklagten bezeichneten die Forderungen als unbegreiflich und beschrieben die Plädoyers der Gegenseite als mitunter 'irritierend und erschreckend'. Kern des Verfahrens ist nach wie vor die Frage, wer wann welche Kenntnisse hatte, ohne dass es bisher zu einer eindeutigen Klärung gekommen ist. Den Ingenieuren wird vorgeworfen, die Manipulationssoftware angeschoben zu haben, während sie jedoch auf vorgebrachte Bedenken und Warnungen verweisen. Hingegen geben die Führungskräfte an, dass keiner Informationen über rechtswidriges Handeln bekannt waren.
Von Anfang an war der Prozess von der Tatsache geprägt, dass mit Martin Winterkorn, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, eine zentrale Figur fehlte. Sein Verhandlungsstrang wurde aufgrund gesundheitlicher Probleme abgetrennt. Indes sehen sich die derzeit Angeklagten in erster Linie als Bauernopfer eines umfangreicheren Skandals.

