Evonik unter Druck: Aktienkurs auf Talfahrt nach schwachem Quartal
Der Spezialchemiekonzern Evonik erlebte kürzlich einen deutlichen Rückschlag an der Börse. Der Aktienkurs fiel am Freitag auf das niedrigste Niveau seit dem US-Zollschock im April, nachdem das Unternehmen ein unerwartet schwaches Abschneiden im zweiten Quartal verzeichnet hatte. Am Vormittag des selben Tages erlitten die Evonik-Papiere mit einem Minus von fast drei Prozent erhebliche Einbußen und gehörten zu den größten Verlierern im MDax, obwohl die Verluste bis dahin leicht eingedämmt wurden.
Seit dem Erreichen eines Jahreshochs Anfang März hat der Aktienwert von Evonik etwa ein Viertel verloren. Der anfängliche Optimismus, der durch positive Unternehmensindizien und wirtschaftliche Zuversicht gestärkt wurde, wich inzwischen einer veränderten Perspektive. Internationale Handelskonflikte und Unsicherheit durch US-Zölle dämpfen die Stimmung und veranlassen Unternehmen zu zurückhaltenderen Investitionsstrategien, während Konsumenten vorsichtiger mit ihren Ausgaben umgehen.
Angesichts dieses herausfordernden Umfelds hatten auch Wettbewerber wie BASF und Covestro ihre finanziellen Prognosen angepasst. Evonik hielt indes an seiner Vorhersage eines um Sondereffekte bereinigten Ebitda von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro bis 2025 fest, erwartet jedoch einen Wert am unteren Ende dieses Bereichs. Branchenfachleute hatten diesen Rückgang bereits antizipiert.
Im abgelaufenen zweiten Quartal lief es für den Konzern teils schlechter als prognostiziert. Zwar entsprach der operative Gewinn den Erwartungen, jedoch blieben Absatz und Umsatz hinter den Prognosen zurück, wie der Branchenexperte Thomas Schulte-Vorwick vom Bankhaus Metzler betonte.

