Europas Automosektor unter Druck: Chiphersteller-Unsicherheit belastet
Im europäischen Automobilsektor zeichnet sich eine erneute Abwärtsbewegung ab. Nachdem am Vortag optimistische Zahlen und Prognosen von General Motors (GM) Aufwind verschafft hatten, sorgte am Mittwoch der düstere Ausblick des US-Chipherstellers Texas Instruments für Verunsicherung. Der Autosektor fiel folglich um 1,6 Prozent und lag damit am unteren Ende des Stoxx-600-Indexes.
Die Ankündigung von Texas Instruments deutet auf eine zögerliche Nachfrage hin, die durch globale Handelsspannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten noch verstärkt wird. Besonders betroffen sind Kunden aus der Automobilbranche, ein wesentliches Marktsegment für den Chipriesen. Entsprechend fiel der Aktienkurs von Texas Instruments im vorbörslichen US-Handel um etwa 8 Prozent.
Auch auf dem deutschen Markt ist die Unsicherheit zu spüren: Im Dax mussten die Titel von Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen Verluste bis zu 2,6 Prozent hinnehmen. Noch schwächer zeigten sich nur die Papiere von Infineon, die um 2,7 Prozent absackten, belastet durch die Aussagen von Texas Instruments.
Weiteren Druck erfährt der Sektor durch Nexperia, den niederländischen Chiphersteller, der mit Lieferproblemen kämpft. Die Übernahme der Kontrolle durch die niederländische Regierung und die anschließende Reaktion Chinas, die Ausfuhr von Nexperia-Produkten zu blockieren, haben den Herstellern bereits Kopfzerbrechen bereitet.
Der Herstellerverband VDA warnte folglich vor potenziellen Engpässen und Produktionsstopps. Mercedes-Benz zeigte sich jedoch optimistisch und erwartet kurzfristig keine Engpässe.

