Europäisches Gipfeltreffen in Kopenhagen: Kontroversen um Nutzung russischer Zentralbankgelder
Die von Bundeskanzler Friedrich Merz initiierte Diskussion um die Nutzung eingefrorener russischer Zentralbankgelder zugunsten der Ukraine ruft kontroverse Reaktionen hervor. Der belgische Premierminister Bart De Wever äußerte während des Gipfeltreffens in Kopenhagen heftige Bedenken und wies auf erhebliche Gefahren hin. Er kritisierte, dass die Unterstützter des Projekts, darunter Merz und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Risiken und offenen Fragen unterschätzten. Besorgt äußerte sich De Wever über mögliche Enteignungen europäischer Unternehmen in Russland sowie über Sicherheitsbedenken für den Chef des belgischen Finanzunternehmens Euroclear, das die Vermögenswerte verwaltet.
Trotz der Einwände unternimmt Merz Anstrengungen, um sein Projekt voranzutreiben, das Kredite in Höhe von 140 Milliarden Euro für die militärische Unterstützung der Ukraine generieren soll. Der Kanzler betont, sich der Hindernisse bewusst zu sein, und arbeitet an einer rechtlich abgesicherten Lösung. Die eingefrorenen Gelder sollen zur Verfügung stehen, sobald Russland Reparationen nach Kriegsende leistet. Gleichzeitig bestehen große Vorbehalte seitens De Wevers, der eine fundamentale Infragestellung der Eigentumsrechte sieht. De Wever ist nicht allein mit seiner Kritik. Auch andere europäische Führer wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban und die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni äußern Zweifel.
Orban befürchtet ein Ziel, die EU in den militärischen Konflikt zu verwickeln, während Meloni die finanzielle Sicherheit der EU-Garantien thematisiert. Angesichts dieser Herausforderungen bleibt die Zukunft der Initiative unklar. Eine erneute Diskussion beim nächsten EU-Gipfel in einigen Wochen könnte Klarheit bringen. Die Zeit drängt, da die USA ihre finanzielle Unterstützung für die Ukraine massiv reduziert haben und ein erheblicher Finanzierungsbedarf besteht.

