Europäische Wirtschaftsverbände fordern dringenden Bürokratieabbau von der EU
Der Ruf nach entschlossenem Bürokratieabbau hallt durch die Flure der Europäischen Union, nachdem führende deutsche Wirtschaftsverbände in einem offenen Brief an die EU- und Bundespolitik die Notwendigkeit praxistauglicher und planungssicherer Rahmenbedingungen hervorgehoben haben. Dieses Ersuchen erfolgt vor dem Hintergrund des gescheiterten Kompromisses zum EU-Lieferkettengesetz, das im November erneut im Europaparlament zur Abstimmung steht.
Ursprünglich im letzten Jahr verabschiedet, zielt das Lieferkettengesetz darauf ab, die Menschenrechte weltweit zu schützen. Doch der Unmut über den bürokratischen Aufwand wächst, weshalb auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für eine Lockerung der Vorschriften plädiert. Die anstehenden Verhandlungen könnten deutlich strengere oder abgeschwächte Regularien mit sich bringen, was die Hürden für Unternehmen beeinflussen könnte.
In der schriftlichen Eingabe an die politischen Vertreter warnt man, dass eine Verzögerung im Bürokratieabbau als negatives Signal an die europäische Wirtschaft wahrgenommen würde. Besonders im Fokus stehen neben dem Lieferkettengesetz Aspekte der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die klare Botschaft der Wirtschaft an die EU-Politik lautet, dass entschlossener Handlungsbedarf besteht, um von bloßen Lippenbekenntnissen abzukommen.
Der Weckruf erfolgt unter anderem durch den Zusammenschluss der Stiftung Familienunternehmen und Politik, Gesamtmetall, dem Chemieverband VCI und dem Logistikverband BGA. Die Verbände drängen das EU-Parlament, im kommenden Monat eine mutige und zukunftsweisende Entscheidung zu fällen, um die europäischen Prozesse im Sinne eines effektiven Bürokratieabbaus zu optimieren.

