Europäische Truppenpräsenz in der Ukraine: NATO-Generalsekretär betont Unabhängigkeit
Die Planungen für eine europäische Truppenpräsenz in der Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand mit Russland stehen im Fokus der internationalen Diskussionen. Der NATO-Generalsekretär, Mark Rutte, verteidigt diese Pläne vehement. Bei einer Veranstaltung des renommierten International Institute for Strategic Studies (IISS) in Prag verdeutlichte der Niederländer, dass die Ablehnung Moskaus in dieser Frage keine Rolle spiele. Rhetorisch fragte Rutte, warum man sich in Europa für Russlands Ansichten zur Stationierung von Truppen in der Ukraine interessieren solle, da die Ukraine ein souveränes Land sei und Russland nicht über Truppenpräsenz entscheiden dürfe.
In Paris trifft sich heute die sogenannte „Koalition der Willigen“, eine Gruppe europäischer Unterstützer der Ukraine. Ziel der Beratungen ist es, Strategien zu entwickeln, um die Sicherheit des von Russland angegriffenen Landes nach einem möglichen Ende der Kampfhandlungen zu garantieren. Neben der Stärkung der ukrainischen Armee stehen auch politische und militärische Zusagen zur Diskussion, um für den Fall einer erneuten russischen Aggression vorbereitet zu sein.
Insider aus Militärkreisen betonen, dass eine europäische NATO-Truppenpräsenz vor allem als großangelegter Ausbildungseinsatz geplant sei und nicht als klassische Friedenstruppe fungiere. Bundeskanzler Friedrich Merz aus Deutschland hat sich bisher zurückhaltend zu dieser Thematik geäußert. Er betonte, dass es in Deutschland noch keine konkreten Pläne für einen Militäreinsatz gebe. Langfristige Sicherheitsgarantien könnten erst in Betracht gezogen werden, wenn ein formeller Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen erreicht sei.

