Europäische KI-Profiteure profitieren von Nvidia-Erfolg
Der Enthusiasmus rund um die bemerkenswerten Quartalszahlen des US-Chip-Riesen Nvidia hat auch auf europäische Unternehmen, die von der Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) profitieren, positiv ausgewirkt. Befürchtungen über eine mögliche Überbewertung im KI-Sektor wurden durch das beeindruckende Wachstum von Nvidia entkräftet.
Siemens Energy, als führender Akteur im Dax, verzeichnete einen beachtlichen Anstieg von bis zu 8,4 Prozent und erreichte ein Rekordhoch von 118,15 Euro. Das Unternehmen ist ein wesentlicher Nutznießer des gestiegenen Energiebedarfs von KI-Rechenzentren. Ross Seymore, Analyst bei der Deutschen Bank, betont, dass insbesondere der Sektor der Rechenzentren das Wachstum von Nvidia im dritten Quartal angetrieben hat, was auf eine anhaltend starke Nachfrage hinweist. Ein weiteres Highlight für Siemens Energy ist das angekündigte Aktienrückkaufprogramm, das bis 2028 Papiere im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro umfassen soll. Bereits in der Vorwoche hatte das Unternehmen seine mittelfristigen Wachstumsziele angehoben, was zu einem insgesamt beeindruckenden Kursanstieg von etwa 130 Prozent seit Jahresbeginn geführt hat.
Auch Infineon spürt die positive Marktentwicklung und konnte am Donnerstag anfänglich um 4,8 Prozent zulegen, bevor der Gewinn sich auf 0,8 Prozent relativierte. Der deutsche Chipkonzern fokussiert sich verstärkt auf die Möglichkeiten, die die KI bietet. Gleichzeitig führte der Baubereich Hochtief, der mit dem Bau von KI-Rechenzentren assoziiert wird, den MDax mit einem Anstieg von 4,6 Prozent an.
Die robuste Performance von Nvidia milderte die Sorgen der Anleger, dass eine KI-Blase platzen könnte. Nach Einschätzungen von Experten wie Blayne Curtis von Jefferies und Jim Reid von der Deutschen Bank seien die bisherigen Bedenken überzogen. Die Zahlen unterstreichen die anhaltende Investitionsbereitschaft in die KI-Infrastruktur, was eher von einer strukturellen Nachfrage als von spekulativen Übertreibungen zeuge. Allerdings bleibt die allgemeine Marktstimmung durch Unsicherheiten bezüglich potenzieller Zinsänderungen der US-Notenbank Fed getrübt. Eine weitere Marktbeeinflussung könnte durch den nachgeholten US-Arbeitsmarktbericht für September erfolgen, der am Nachmittag erwartet wird.

