Europäische Anleihemärkte unter Druck: Unterschiedliche Entwicklungen in Deutschland und Frankreich
Die Kurse der deutschen Bundesanleihen sind am Donnerstag gefallen, wobei der Euro-Bund-Future um 0,14 Prozent auf 128,68 Punkte sank. Dies spiegelt sich auch in einer gestiegenen Rendite für zehnjährige Bundesanleihen wider, die nun bei 2,70 Prozent liegt.
Angesichts der schwächelnden Zahlen aus dem deutschen Außenhandel konnten auch diese Anleihen nicht von positiven Impulsen profitieren. Besonders besorgniserregend ist der Rückgang der Exporte in die USA, die im August stärker sanken als von Experten prognostiziert. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, stellte ernüchtert fest, dass ein Rückgang um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr eine erhebliche Gefahr darstellt. Die Auswirkungen der US-Zölle lasten merklich auf der deutschen Wirtschaft, und eine kurzfristige Trendwende ist nicht absehbar. Diese Entwicklung reiht sich ein in eine Serie enttäuschender Konjunkturdaten aus Deutschland, nachdem bereits schwache Zahlen bei Auftragseingängen und der Industrieproduktion veröffentlicht wurden.
Gegenüber der angespannten deutschen Situation zeigt sich der französische Anleihenmarkt etwas entspannt. Dort sind die Renditen gesunken, ein Zeichen für eine mögliche Stabilisierung der politischen Lage. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plant, am Freitag einen neuen Premierminister zu ernennen, was die politische Krise im Land beruhigen könnte. Dieser Schritt ist entscheidend, denn Frankreich steht unter Zeitdruck, um den Haushalt für das kommende Jahr fristgerecht vorzulegen. Sollte dies bis zum kommenden Montag nicht gelingen, droht eine weitere wirtschaftliche und politische Blockade für das bereits hochverschuldete Land.

