Euro legt zu: Positive Impulse aus den USA und der Eurozone
Der Euro konnte am Freitag nach der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten zulegen. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag bei 1,1631 US-Dollar, nachdem sie sich am Morgen noch knapp der Marke von 1,16 Dollar genähert hatte. Der von der Europäischen Zentralbank festgelegte Referenzkurs lag bei 1,1612 Dollar, nach 1,1587 am vorherigen Tag. Im Gegenzug kostete der US-Dollar 0,8611 Euro, verglichen mit 0,8625 Euro am Donnerstag.
Die Inflation in den USA hat sich im September weniger stark entwickelt als erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozent, während die Volkswirte mit einem Anstieg auf 3,1 Prozent gerechnet hatten. Den August über betrug die Rate 2,9 Prozent. Die späte Veröffentlichung der Daten war auf den teilweisen Shutdown der US-Regierungsbehörden zurückzuführen.
Erwartungen, dass die US-Notenbank die Leitzinsen bereits in der kommenden Woche senken könnte, scheinen sich zu bestätigen. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, ist der Meinung: "Eine Zinssenkung in der kommenden Woche ist gesetzt." Er prognostiziert auch eine weitere geldpolitische Lockerung im Dezember. Die Perspektive für das kommende Jahr hängt seiner Meinung nach insbesondere von der Wirkung der Zölle auf die Inflation ab.
Der Euro erhielt weiteren Auftrieb durch besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus der Eurozone. Insbesondere die Unternehmensstimmung zeigte im Oktober eine überraschende Aufhellung. Der Einkaufsmanagerindex erreichte dabei den höchsten Stand seit Mai 2024, was vor allem auf eine verbesserte Stimmung im Dienstleistungssektor in der Eurozone und Deutschland zurückzuführen ist. Der Commerzbank-Experte Ralph Solveen kommentierte: "Mit seiner seit mehreren Monaten anhaltenden Aufwärtstendenz, die im Oktober noch einmal steiler geworden ist, macht der Einkaufsmanagerindex Hoffnung, dass sich die Euroraum-Wirtschaft in den kommenden Monaten beleben wird."
Zusätzlich setzte die EZB die Referenzkurse für den Euro auf 0,87260 britische Pfund, 177,55 japanische Yen und 0,9248 Schweizer Franken fest. Der Preis für Gold zeigte sich rückläufig und fiel auf 4.123 Dollar je Feinunze, was einem Rückgang von etwa 3 Dollar im Vergleich zum Vortag entspricht.

