Euro erholt sich nach turbulenten Tagen – Politische Spannungen beeinflussen Märkte
Der Euro hat sich am Dienstag leicht erholt und wurde an den New Yorker Börsen zuletzt zu einem Kurs von 1,1645 US-Dollar gehandelt. Damit stabilisierte sich die europäische Gemeinschaftswährung nach den Verlusten des Vortags und entfernte sich von der Marke von 1,16 Dollar, die sie seit Montag ins Visier genommen hatte. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs für Dienstag bei 1,1656 Dollar fest, während der Dollarkurs bei 0,8579 Euro lag.
Am Montag hatte politische Unsicherheit in Frankreich den Euro unter Druck gesetzt. In der Nacht eskalierte zudem ein Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und der Federal Reserve, als Trump die Entlassung der Gouverneurin Lisa Cook ankündigte. Diese Entscheidung führte zu Spannungen, da ein Präsident Zentralbank-Gouverneure gesetzlich gesehen nur aus triftigen Gründen entlassen kann.
Trump warf Cook in seinem Schreiben vor, falsche Angaben in Hypothekenverträgen gemacht zu haben. Cook kündigte an, sich gegen die Entscheidung zur Wehr zu setzen. Bereits seit Monaten setzt Trump die Fed unter Druck, Zinssenkungen durchzuführen, und hat den Vorsitzenden Jerome Powell wiederholt scharf kritisiert.
Analysten der Dekabank äußerten, dass die jüngsten Entwicklungen das Szenario einer politisch dominierten US-Notenbank wahrscheinlicher erscheinen lassen könnten, was den Dollar im Falle von Zinssenkungen belasten würde. Die Reaktion der Märkte auf gemischte Konjunkturdaten aus den USA fiel verhalten aus: Während der Rückgang der Auftragseingänge für langlebige Güter im Juli geringer ausfiel als erwartet, trübte sich die Verbraucherstimmung im August ein.

