EU-Zölle und Negativer Ausblick belasten Aktien deutscher Autobauer
Die Aktien deutscher Automobilhersteller haben zur Wochenmitte unter starkem Druck gestanden. Die Nachricht von potenziellen Handelsbarrieren sowie ein pessimistischer Ausblick des Autozulieferers Stabilus führten zu deutlichen Kursverlusten. Stabilus verzeichnete einen Einbruch von 15 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Prognose heruntergeschraubt hatte. Diese Korrektur sorgte für Skepsis am Markt, besonders hinsichtlich der globalen Pkw-Produktion.
Ein weiterer gewichtiger Faktor waren Neuigkeiten zu erwarteten EU-Zöllen auf Importe chinesischer Elektrofahrzeuge. Die Aktien von Porsche AG, BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen gerieten bereits im Laufe des Vormittags unter Druck, reduzierten jedoch später ihre Verluste. Bis zu vier Prozent notierten die Papiere im Minus, wobei sich die Abschläge zuletzt abschwächten.
Nach Plänen der EU-Kommission sollen ab Juli bis zu 38 Prozent Zoll auf chinesische Elektroautos erhoben werden, abhängig von der jeweiligen Marke. Ob diese Zölle tatsächlich in Kraft treten, wird derzeit noch diskutiert. Eine Abschwächung der Euro-Chinesischen Handelsspannungen durch alternative Lösungen ist möglich.
Die Porsche-AG-Titel reduzierten ihre Verluste auf 2,2 Prozent, während BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz zwischen 1,1 und 1,9 Prozent nachgaben. Die Investoren befürchten, dass die Zölle China zu Gegenmaßnahmen bewegen könnten, was zu einer Eskalation im Handelskonflikt führen würde.
Tom Narayan, Analyst bei RBC, erklärte, dass es politisch schwierig sei, hohe Zölle auf chinesische Importe durchzusetzen. Besonders betroffen wären die deutschen Autobauer, die stark vom chinesischen Absatzmarkt abhängen. Zudem könnten Vergeltungsmaßnahmen Chinas die europäischen Anbieter wegen ihrer Abhängigkeit von chinesischer Batterietechnologie erheblich beeinträchtigen. Narayan verweist darauf, dass die europäischen Zölle daher deutlich unter den 100 Prozent der USA liegen. Besonders die Premium-Marken seien anfällig, da sie stark auf den chinesischen Markt ausgerichtet sind. Allerdings stellt eine lokale Produktion in China einen mildernden Faktor dar.
Stabilus senkte den Ausblick aufgrund einer mangelnden Erholung im Marktumfeld. Bernstein-Analyst Stephen Reitman zeigte sich enttäuscht, da Stabilus bisher als verlässliches Unternehmen galt. Auch Marc-Rene Tonn von Warburg Research äußerte sich besorgt und verwies auf die umfassende Skepsis von Stabilus gegenüber der globalen Pkw-Produktion. (eulerpool-AFX)

